Mladá Boleslav. Detlef Wittig, Vorstandschef von Skoda Auto, will die Ertragslage der tschechischen VW-Tochter nachhaltig verbessern. "Mit einer Umsatzrendite von 3,2 Prozent", so Wittig im Gespräch mit Automobilwoche, "haben wir erst die Hälfte dessen geschafft, was ein zukunftsfähiges Unternehmen braucht, um die Mittel für seine Investitionen zu erwirtschaften." Um sich "in der Weltliga der Autohersteller zu behaupten", müsse Skoda seine Produktpalette mittelfristig ausbauen und beim Absatzvolumen "auf Zukunftsmärkten zulegen". Bis zum "Zeitraum 2008/2009", sagt Wittig, wolle Skoda die Jahresproduktion von derzeit knapp 450.000 Einheiten auf "rund 600.000 steigern".
Grosse Bedeutung kommt dabei dem ab Mitte 2006 erhältlichen Kompaktvan Roomster zu, dessen Verkaufspotenzial Wittig auf "jährlich 50.000 bis 100.000" Einheiten taxiert. Zudem prüfe der Skoda-Vertrieb im Rahmen einer so genannten Areal-Strategie, "welche weissen Flecken auf der Weltkarte die Marke noch tilgen könnte". So seien künftig Exporte nach Taiwan und Australien denkbar, wo Skoda noch nicht vertreten ist.
Die technischen Kooperationen innerhalb der Volkswagen AG will Skoda intensivieren. Wittig: "Unsere Kostenvorteile können wir zum Wohle des Konzerns noch stärker einbringen." So werde Skoda die Entwicklung innovativer Dach- und Heckklappenkonzepte für verschiedene Modelle übernehmen, die VW etwa in China vermarkten will. "Wir sind nicht mehr nur Nehmer von Konzern-Know-how", sagt Wittig, "wir geben auch immer mehr an Volkswagen zurück."
Spekulationen über die Gründung von Werksniederlassungen in Deutschland weist Wittig zurück: "Wir haben nicht vor, dieses Instrument zu nutzen und setzen weiterhin auf private Unternehmer." Auch spezielle Finanzierungsangebote wie in Polen, wo Skoda-Käufern derzeit im ersten Jahr Zins und Tilgung erlassen werden, schliesst der Skoda-Chef für den deutschen Markt aus.
Gute Chancen auf eine Serienfertigung hat die SUV-Studie "Yeti", die Skoda in Genf präsentierte. Wittig: "Wir werden dieses Konzept noch an zwei, drei anderen Orten zeigen, bevor wir eine Entscheidung treffen." Sollte das Management dem kompakten SUV grünes Licht erteilen, würden voraussichtlich auch Studien-Details wie eine in die Heckklappe integrierte Fahrradhalterung übernommen werden. "Mit derlei pfiffigen Lösungen könnte sich Skoda weiter profilieren", glaubt Entwicklungsleiter Harald Ludanek. Um das Yeti-Konzept "wirtschaftlich tragfähig" zu machen, müsse Skoda aber "mindestens 30 bis 40 Prozent Gleichteile mit bestehenden Plattformen" erreichen.