Frankfurt/Main. Mit allzu kritischen Kommentaren zur Wettbewerbsfähigkeit inländischer Autofabriken fügen deutsche Manager dem heimischen Industriestandort "Schaden" zu. Dieses Fazit zog Hans Riedel, Vorstandsmitglied der Porsche AG, im Gespräch mit Automobilwoche aus seinen Eindrücken von der am gestrigen Sonntag beendeten Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt.
Über der weltweit wichtigsten Pkw-Schau habe "zum Teil eine eigentümlich verhaltene Stimmung" gelegen, sagte der für Vertrieb und Marketing verantwortliche Topmanager des Stuttgarter Sportwagenherstellers. Dabei "brauchen wir Deutschen uns im internationalen Wettbewerb nicht zu verstecken." Der Standort Deutschland benötige dringend "mehr Zuversicht", so Riedel, "und Aufbruchstimmung quer durch die Gesellschaft". Während sich etwa chinesische Unternehmen auf der IAA "sehr optimistisch" präsentiert hätten, gebe es hier zu Lande "häufig negative Einschätzungen zur Situation der deutschen Automobilindustrie, die ein schlechtes Licht auf uns werfen".
Mit insgesamt 88.379 verkauften Einheiten und einem Konzernumsatz von 6,56 Milliarden Euro hat Porsche im Geschäftsjahr 2004/2005 (per Ende Juli) Rekordergebnisse erzielt.