Berlin. Bei der Jürgens-Gruppe, dem fünftgrößten deutschen Mercedes- Benz-Partner, bietet man seit Kurzem eine Live-Online-Videopräsentation der Autos an, wie Franco C. Barletta, Sprecher der Geschäftsführung, sagte. So kann der Verkäufer dem Kunden zu Hause das Fahrzeug direkt zeigen. Barletta setzt auf die Fähigkeiten seiner Verkäufer, um gegen die Internetkonkurrenz zu bestehen. Im Netz gehe es um die Anbahnung. Aber wenn der Kontakt erfolgt sei, sei es Aufgabe des Verkäufers, den Kunden davon zu überzeugen, im Autohaus zu kaufen und nicht für 3,5 Prozent mehr Rabatt weite Strecken zu fahren. „Wer es versteht, Offline und Online geschickt zu verknüpfen, wird bestehen und auch wachsen“, sagte Jürgens-Chef Barletta mit Blick auf die Lage des Autohandels in zehn Jahren. Mahnend fügte der Manager aber hinzu: „Für die, die das nicht machen, würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen.“
Da kann dann auch das Internet nicht helfen
Alberto Sanz de Lama, Geschäftsführer von AutoScout24, geht davon aus, dass auch in zehn Jahren der prozentuale Anteil des Direktvertriebs am Neuwagenhandel noch immer einstellig sein wird. Auch den vom Deutschen Kfz-Gewerbe (ZDK) kritisierten Neuwagenvermittlern traut er nur rund fünf Prozent zu. Dennoch glaubt der Manager, dass die Händler vor großen Herausforderungen stehen. Unter anderem mahnte er beim T-Systems Breakfast an, dass der Handel in Deutschland großen Nachholbedarf bei Dienstleistungen habe. Noch immer würden 30 Prozent der Anrufe und Mails nicht beantwortet, kritisierte er. „Da kann dann auch das Internet nicht helfen.“