Stuttgart. Die Absatzflaute in Europa und schlechte Geschäfte in China könnten dem Autobauer Daimler schon nach dem ersten Quartal eine Gewinnwarnung einbringen. Statt eines bereinigten operativen Ergebnisses auf dem Vorjahresniveau von 2,1 Milliarden Euro droht dem Konzern für 2013 zum zweiten Mal in Folge ein Rückgang. Am Mittwoch (24. April) muss der Autobauer Zahlen für das erste Quartal veröffentlichen - und Daimler-Chef Dieter Zetsche Farbe bekennen.
Dass die Zahlen für die ersten drei Monate wenig berauschend ausfallen werden, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Im Februar hatte Daimler ein schwieriges erstes Halbjahr in Aussicht gestellt - mit dem ersten Quartal als Tiefpunkt für 2013. Und Finanzchef Bodo Uebber hatte kürzlich angekündigt, der operative Gewinn werde deutlich unter dem Schlussquartal 2012 liegen.Damals hatte der Verkauf von Aktien der Airbus-Mutter EADS Daimlers Gewinn vor Zinsen und Abschreibungen (Ebit) auf 2,3 Milliarden Euro gehievt. Ein solcher Sondereffekt fehlte in den ersten drei Monaten 2013. Die von der Nachrichtenagentur Bloomberg bis Montag befragten Analysten rechnen im Schnitt mit einem Ebit von nur noch 1,08 Milliarden Euro. Das wäre gerade die Hälfte von vor einem Jahr. Unter dem Strich dürfte etwa eine Milliarde herauskommen - knapp 30 Prozent weniger.Dabei hatte Daimler im ersten Quartal den Pkw-Absatz noch um knapp drei Prozent auf rund 350.000 Autos steigern können. Trotzdem rechnen die Analysten mit einem leichten Umsatzrückgang auf 26,3 Milliarden Euro (minus drei Prozent). Das liegt auch daran, dass Daimler vor allem viele A- und B-Klassen verkaufen konnte. Doch diese neuen kompakten Modelle sind vergleichsweise preisgünstig und werfen weniger Gewinn ab.Daimlers Gewinnprognose für 2013 wackelt schon
Der Stuttgarter Autobauer Daimler könnte schon nach den ersten drei Monaten des Jahres zu einer Gewinnwarnung gezwungen sein. Das liegt an den Problemen in Europa und China - und an den Vorlieben seiner Kunden.
Probleme in Europa und China
Das schmerzt Daimler vor allem deshalb, weil die großen Modelle wie E- und S-Klasse an Stückzahlen verlieren. Doch eben diese Flaggschiffe fahren bei Daimler das Geld ein - waren zu Jahresbeginn allerdings auch längst nicht mehr taufrisch. Während eine überholte Version der E-Klasse inzwischen von den Bändern rollt, feiert die neue Generation der S-Klasse Mitte Mai Premiere. Die Hoffnungsträger sollen ihre Wirkung möglichst noch im zweiten Halbjahr entfalten und das schwache Geschäft auf dem Heimatkontinent wettmachen.
Denn dass die Nachfrage gerade in Europa schnell wieder anspringt, daran glaubt bei Daimler niemand. Zwischen Januar und März ist der Pkw-Markt um zehn Prozent geschrumpft. Aber auch im wichtigsten Automarkt China stotterte der Motor der Stuttgarter: Der Absatz schrumpfte in den ersten drei Monaten um fast elf Prozent, während die Konkurrenz zulegte. Für das volle Jahr traut sich Daimler keine konkrete Prognose zu - dabei muss der Konzern gerade hier Boden auf die Oberklasse-Rivalen von BMW und Audi gutmachen. (dpa-AFX/swi)