München. Als Mobile.de 1996 ins Netz ging, ahnte wohl noch niemand, dass sich aus der Online-Autodatenbank Deutschlands größter automobiler Marktplatz im World Wide Web entwickeln würde. Heute ist die Internetplattform aus dem Gebrauchtwagengeschäft nicht mehr wegzudenken, ebenso wie Mitbewerber AutoScout24, der 1999 startete.
Groß geworden sind beide Portale mit Gebrauchtwagenanzeigen – als Alternative oder Ergänzung zu Inseraten in den Printmedien. Inzwischen bieten die Marktplätze ihren privaten und gewerblichen Nutzern weit mehr als nur Kleinanzeigen. Neben den Gebrauchtfahrzeugen finden sich auch Neuwagen, Teile und Zubehör sowie Dienstleistungen. Beispielsweise können Nutzer softwaregestützt tagesaktuelle Preise ermitteln und vergleichen oder sich Kaufverträge herunterladen. Über entsprechende Kooperationspartner werden Finanzierungen und Kfz- Versicherungen vermittelt. So bezieht AutoScout24 seit dem Frühjahr einen Versicherungsvergleich vom Verbraucherportal Check24.Mit der fortschreitenden Digitalisierung wächst das Angebot weiter. Jüngst hat Platzhirsch Mobile.de die Internetauftritte seiner Händler modernisiert: Nun wird erkannt, ob ein Nutzer die Seite mit einem Smartphone, einem Tablet oder einem PC aufruft und das Design automatisch angepasst – ein Feature, das Mobile.de-Anwendern bereits von der Hauptseite vertraut ist.Mehr als nur Kleinanzeigen
Das Internet bietet dem Autohandel auch im Geschäft mit den Gebrauchtwagen neue Chancen. Aus den Online-Autodatenbanken der späten neunziger Jahre sind mittlerweile serviceorientierte Internet-Marktplätze geworden.
Neue Geschäftsmodelle entstehen
Neben dem klassischen Geschäftsmodell der Fahrzeugvermittlung versuchen sich einige Anbieter auch an dem direkten Verkauf über die Website. Autoda etwa verlagert den kompletten Kauf- und Inzahlungnahmeprozess ins Internet: Die Autos können im Netz reserviert, bestellt und bezahlt werden. Carsale24 vermittelt Gebrauchtwagen aus privater Hand an gewerbliche Händler und kümmert sich um die komplette Verkaufsabwicklung.
Das erste „Social-Car-Network“ wiederum reklamieren die Macher der Seite Motory.de für sich. Geplant ist eine Sammlung von Autoprofilen, eine Art Facebook für Fahrzeuge. Ab Spätsommer dieses Jahres sollen Autohändler dort eigene Unternehmensprofile anlegen und ihre Fahrzeuge präsentieren können.Auch Mobile.de und AutoScout setzen im Wettkampf um die Marktführerschaft auf Diversifikation. So sieht Mobile.de großes Potenzial bei Neuwagen: Demnächst soll es neben Bestandsfahrzeugen auch konfigurierbare Modelle geben. Wettbewerber AutoScout geht davon aus, dass das Internet den Reparaturmarkt genauso erobern wird wie das Gebrauchtwagengeschäft – schon jetzt listet das AutoScout24-Werkstattportal über 3000 Betriebe.