München. Schon heute können Kunden beim Stuttgarter Autobauer mehrere Hybrid- und Elektromodelle ordern. „Niemand hat ein breiteres Portfolio an Fahrzeugen mit alternativen Antrieben am Start als wir“, sagt Forschungs- und Entwicklungsvorstand Thomas Weber. 85 Prozent der Autos verkauft Mercedes schon heute in Märkte, die eine CO2-Besteuerung haben. Zu den strengsten in Europa gehören Großbritannien, Frankreich, Spanien und Belgien. Wie wichtig ein niedriger CO2-Wert als Verkaufsargument sein kann, bekommt der Vertrieb derzeit bei der Diesel-Hybrid-Version der E-Klasse (E3000 Bluetec Hybrid) zu spüren, die im NEFZ nur 4,1 Liter verbraucht und 107 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt. Rund 10.000 Bestellungen liegen für die Öko-Limousine vor, weit mehr als intern prognostiziert wurden. Im Sommer nächsten Jahres folgt der wahre „Green Luxury“, die S-Klasse als Plug-in-Hybrid. Ursprünglich war die Markteinführung einige Monate früher geplant. Grund der Verzögerung: Ruhe. Die Entwickler legten höchsten Wert auf niedrigste Fahrgeräusche im Elektromodus und ließen sich noch etwas Zeit mit dem Feintuning. „Selbst ein leises Singen ähnlich einer Straßenbahn ist weder für uns noch für den Kunden akzeptabel“, sagt Herbert Kohler, Leiter E-Drive & Future Mobility. Der S 500 Plugin- Hybrid wird nicht nur die erste Limousine im Hause Daimler sein, die sich an der Steckdose aufladen lässt, sondern gilt auch als Vorhut zu einer ganzen Reihe von weiteren Hybridmodellen.
Für Anfang 2015 steht die C-Klasse (W 205) auf dem Programm. Sie wird es sowohl als Plugin (CO2-Ausstoß unter 60 g/km) als auch als Diesel-Hybrid (CO2- Ausstoß unter 100 g/km) geben. Anfangs sitzt im Antriebsstrang noch die 7G-Tronic, die dann zeitnah von der neuen Neungangautomatik abgelöst wird. Mercedes verwendet einen modularen Hybridbaukasten mit hohen Skaleneffekten. Das Hybridmodul (20, 50 oder 80 kW) ist stets durch eine Kupplung vom Motor getrennt, was das „Segeln“ erlaubt. Derzeit überlegt man bei Mercedes, einen Plug-in-Antrieb auch für die Frontantriebsarchitektur zu adaptieren. Schließlich möchte man dem Audi A3 e-tron, der 2014 in den Markt geht, nicht allein das Feld überlassen. Als gesetzt gilt für Ende nächsten Jahres die B-Klasse mit Elektroantrieb. Der Verkauf startet im Herbst in den USA. Die Brennstoffzelle hingegen ist in der Warteschleife. Ursprünglich war ein Serienmodell für 2014 geplant. Nach der neuen Kooperation mit Renault-Nissan und Ford will Mercedes die Kleinserie überspringen und 2017 direkt zur Großserie übergehen. Welches Modell – B-Klasse oder eine konventionelle Limousine – mit der Brennstoffzelle ausgerüstet wird, soll in den kommenden Wochen auf einer Strategiesitzung final entschieden werden. Gut möglich, dass dabei sogar zwei Brennstoffzellenfahrzeuge herauskommen.Bei Mercedes wird der Luxus immer grüner
Bei Mercedes wird der Luxus immer grüner