München. Automechaniker ist ein klassischer Traumberuf kleiner Jungs. Doch die Abbrecherquoten sind vergleichsweise hoch: Einer Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zufolge löste 2010 fast jeder fünfte angehende Mechatroniker (19,4 Prozent) seinen Ausbildungsvertrag vorzeitig auf. Beim Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) zeigt man sich von den BIBB-Zahlen überrascht. „Das ist sehr hoch, das können wir nicht nachvollziehen“, sagt die Ausbildungsbeauftragte Birgit Behrens. Einer Befragung des ZDK zufolge werden lediglich 14 Prozent der Verträge von Mechatroniker- Azubis vorzeitig gelöst. Diese Quote sei „okay“, sagt Behrens. Sie betont, dass eine Vertragslösung nicht automatisch einen Berufswechsel bedeutet. Immer mehr junge Menschen wechselten in der Anfangszeit den Betrieb, etwa wegen besserer Bezahlung. Für den Beruf des Mechatronikers entschieden sich die Jugendlichen sehr bewusst, er sei keinesfalls eine Notlösung, sondern der beliebteste Ausbildungsberuf, betont sie.
Als wichtige Ursache für Abbrüche sieht Behrens die Umstellung von der Schule auf das Berufsleben. „Das ist ein krasser Gegensatz“, sagt sie. Einen geregelten Tagesablauf einzuhalten und sich lange Zeit zu konzentrieren, schaffe in der onlineaffinen Generation Z nicht jeder. Darauf müssten sich die Betriebe einstellen. Ein Abbruch sei „fatal für den Betrieb und die jungen Menschen“. Die Fahrzeug-Werke Lueg wappnen sich dagegen mit einem differenzierten Auswahlverfahren, umfassender Information und Schulungswochen vor und während der Lehre. „Alle wissen, worauf sie sich einlassen. Man tut den Jungs und Mädels keinen Gefallen, wenn man sie unvorbereitet einstellt“, sagt Personalleiterin Jessica Moryson.Mit Ausbildungsabbrüchen habe man habe daher glücklicherweise kaum ein Problem. Von rund 200 Azubis kämen pro Jahr ein bis zwei nicht mehr – meist im technischen Bereich. Das Unternehmen hat mit derzeit rund 700 Bewerbungen für etwa 50 Stellen allerdings auch die Möglichkeit, auszuwählen. Die Ausbildungsquote liegt bei 13 Prozent und soll auch in Zukunft gehalten werden. Akuten Mangel an Auszubildenden gibt es auch insgesamt noch nicht. Nach der achtprozentigen Steigerung auf mehr als 20.000 Ausbildungsverträge im Bereich Mechatroniker im Jahr 2011/2012 erwartet Behrens nun ein etwa gleichbleibendes Ergebnis – ebenso beim Automobilkaufmann, wo etwa 5000 Verträge abgeschlossen wurden. Angesichts rückläufiger Schülerzahlen sei dies ein „toller Erfolg“.Jeder Fünfte bricht ab
Automechaniker ist ein klassischer Traumberuf kleiner Jungs. Doch die Abbrecherquoten sind vergleichsweise hoch: Einer Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zufolge löste 2010 fast jeder fünfte angehende Mechatroniker (19,4 Prozent) seinen Ausbildungsvertrag vorzeitig auf.