München. In den verschiedenen Baureihen bilden die RS-Modelle die Speerspitze der Leistungsstärke. Nie zuvor konnte der Kunde in einem breiter gefächerten Produktportfolio (derzeit acht RS-Modelle) auswählen. In diesem Jahr will die Quattro GmbH 15.000 Fahrzeuge absetzen, dazu zählen neben den RS-Versionen auch die R8-Modelle. Das wäre ein Plus von mehr als 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die größten Abnehmer sind Deutschland, Großbritannien und die Schweiz. Die Quattro GmbH will ihr Angebot aber nicht nur stärker ausbauen, sondern auch ihre globale Präsenz stärken und mehr RS-Modelle auf mehr internationalen Märkten anbieten. Zu den Wachstumsregionen gehören unter anderem China, die USA, der Mittlere Osten und Russland. Hier sind Kombis wie der im Sommer anlaufende RS 6 Avant aber nur schwer an den Mann zu bringen.
Ein RS 6 als Limousine ist allerdings nicht geplant. Daher entschloss sich die Quattro GmbH, mit dem jüngst in Detroit vorgestellten RS 7 Sportback noch im Herbst ein weiteres RS-Modell im oberen Luxussegment zu bringen. In beiden Modellen arbeitet ein 4,0-Liter-Biturbo-V8 mit 560 PS. Der Vorgänger des RS 6 besaß noch einen Fünfliter-Zehnzylindermotor mit 580 PS. Das Downsizing soll zusammen mit Leichtbau helfen, bei gleichen Fahrleistungen den Verbrauch um über 20 Prozent zu senken. Mit dem RS 6 hält bei der Quattro GmbH auch eine neue Strategie Einzug. Früher als bisher sollen zukünftig die RS-Modelle den Normalversionen folgen. „Erstmals bieten wir nur zwei Jahre nach dem Serien-Avant ein RS-Modell an“, sagt Entwicklungsleiter Stephan Reil, „zuvor waren es vier.“ Die Gefahr, den Kunden an die Konkurrenz zu verlieren, sinkt dadurch beträchtlich. Produktionstechnisch laufen die RS-Modelle vom selben Band wie die normalen A6 Avant.Neue Kunden an Audis Tochtermarke binden möchte man in Zukunft mit dem SUV-Segment. Der RS Q3 steht deshalb erstmals auf dem Programm der Neckarsulmer Edelschmiede. Dessen Markteinführung ist im Herbst geplant. Als Antrieb dient der 310 PS starke Fünfzylinder des TT RS. Gezeigt wurde das Power-SUV vor wenigen Wochen in Genf. Neuland beschreitet die Quattro GmbH auch mit ihrem „Audi exclusive concept“. Gebaut wird jeweils eine kleine und limitierte Serie in besonderer Ausstattung für ausgewählte Märkte. Laut Audi sind dies meist Länder, in denen der Kunde nicht lange auf sein Fahrzeug warten möchte, wie China oder die USA. Einen Vorgeschmack der Exklusivität gaben die Neckarsulmer mit dem SQ5 voriges Jahr in Paris. Den Bekanntheitsgrad der Marke Quattro GmbH soll auch der Kundensport steigern. „Vor Kurzem haben wir den hundertsten R8 LMS ausgeliefert“, sagt Stephan Reil, Leiter der technischen Entwicklung. In China, dem mit Abstand wichtigsten Einzelmarkt von Audi, fährt der R8 sogar in einer eigenen Rennserie.Schnellste Audis schneller beim Kunden
Luxus läu¬ft. Luxus mit viel Leistung noch besser. Der Trend zu Tuning und Individualisierung scheint ungebrochen. Das bekommt auch die Quattro GmbH zu spüren. Audis Neckarsulmer Tochter konnte allein in den vergangenen zehn Jahren ihren Absatz mehr als verfünffachen. Was 1988 als launige Idee mit dem Kombi RS 2 auf Basis des Audi 80 Avant begann, einer Gemeinschafsentwicklung von Audi und Porsche, hat sich zu einer professionellen Hochleistungsschmiede gemausert, vergleichbar mit Mercedes- AMG und der M GmbH von BMW.