Stuttgart. Der Sportwagenbauer Porsche plant in den kommenden fünf Jahren zusätzliche Standortinvestitionen von gut einer Milliarde Euro. Der Schwerpunkt liege dabei auf dem Stammsitz in Zuffenhausen und dem Entwicklungszentrum in Weissach, sagte Vorstandschef Matthias Müller am Donnerstag in Stuttgart.
In Zuffenhausen hat der Sportwagenbauer angrenzende Grundstücke gekauft und die Werksfläche auf 570.000 Quadratmeter fast verdoppelt. Dort soll unter anderem ein neues Motorenwerk entstehen. Im Entwicklungszentrum in Weissach baut Porsche derzeit einen neuen Windkanal.Seit seinem Antritt im Jahr 2010 seien insgesamt gut 1,5 Milliarden Euro in die Standorte investiert worden, sagte Müller. Ein Drittel davon wurden in den Ausbau des Werks in Leipzig gesteckt, wo künftig neben dem Geländewagen Cayenne und der Limousine der neue kompakte Geländewagen Macan vom Band rollen soll.Wegen der hohen Investitionen in diesem Jahr rechnet der Porsche-Chef allerdings nur mit einem operativen Ergebnis auf Vorjahresniveau. «Wenn wir das erreichen, sind wir zufrieden», sagte Müller. Im Schnitt investiert Porsche eine Milliarde Euro pro Jahr - in diesem Jahr liegen die Investitionen bei 1,3 Milliarden Euro.Standorte
Porsche plant zusätzliche Milliardeninvestitionen
Auf die Gewerbesteuer müssen Stuttgart und Weissach nach dem Verkauf von Porsche an VW verzichten. Nun gibt es wenigstens ein kleines Trostpflaster.
Auf Kurs zum Rekordabsatz
Dabei ist die VW-Tochter auf Kurs zu einem neuen Rekordabsatz. «Wir gehen heute davon aus, dass wir zum Ende des Jahres einen Absatz von gut 150.000 erreichen werden», sagte Müller. Trotz einer Wachstumsdelle im August hatte Porsche in diesem Jahr bereits 106.777 Autos verkauft - 15,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Das für 2018 ausgegebene Absatzziel von 200.000 Fahrzeugen weltweit werde wahrscheinlich schon 2016, vielleicht sogar im Jahr 2015 erreicht, wenn die Produktion des Macan voll angelaufen sei, so Müller.
Porsche ist nicht nur die Ertragsperle im VW-Konzern, sondern gilt auch als profitabelster Autobauer weltweit. 2018 soll die Umsatzrendite bei mindestens 15 Prozent liegen und dass, obwohl der neue kompakte Geländewagen preislich unter dem Absatzschlager Cayenne liegen dürfte. Über neue Modelle werde im Laufe des kommenden Jahres entschieden, sagte Müller. Langfristig will er die Zahl der Modellreihen von fünf auf sieben erhöhen.In Zukunft hofft Porsche aber auf weitere Einsparungen durch die Integration in den VW-Konzern. Die sei zum Großteil abgeschlossen, sagte Müller. Die Synergien durch gemeinsamen Einkauf und Einsparungen in der Verwaltung würden sich von 2015 an auf eine Milliarde Euro jährlich belaufen. Davon kämen Porsche gut zwei Drittel zu Gute. (dpa/swi)