China ist für Audi mittlerweile der größte Absatzmarkt. 2012 hat China erstmals über 400.000 Einheiten zu dem Audi-Gesamtabsatz von 1,455 Millionen beigetragen. Wir haben in China eine lokale Produktion und arbeiten sehr eng und erfolgreich mit unserem Joint-Venture-Partner FAW-VW zusammen. Die Ernennung zum Generalbevollmächtigten unterstreicht die zunehmende Bedeutung des Marktes. In dieser Position agiere ich auf Vorstandsebene und kann mich in diesem Rahmen noch stärker einbringen.
China-Chef Voggenreiter: "Wachstumspotenzial für Audi"
Wir sehen hier auch für die Zukunft deutliches Wachstumspotenzial. In China gibt es rund 300 Metropolregionen mit einer Million oder mehr Einwohnern. Eine Million Einwohner ist für uns die Größenordnung, auf die wir uns konzentrieren. Heute decken wir mit unserem Händlernetz erst etwa die Hälfte dieser Millionen-Städte ab. 60 Prozent unseres Absatzes kommen alleine aus sechs Provinzen, insgesamt hat China 22 Provinzen. Auch dies zeigt das Potenzial, das in diesem Land noch vorhanden ist.
Wir erwarten, dass der PKW-Gesamtmarkt in China um etwa sechs bis acht Prozent in diesem Jahr wachsen wird.
2012 haben rund 60 neue Audi-Händler eröffnet, heute liegen wir bei etwa 300 Händlern. Auch für dieses Jahr planen wir, im Schnitt einen neuen Betrieb pro Woche ans Netz zu nehmen. Der Schulungsbedarf ist entsprechend hoch: Wir wollen in diesem Jahr mehr als 6000 neue Verkaufs- und Serviceberater ausbilden. Auch unser weltweit größtes Audi-Trainingszentrum soll noch in diesem Jahr in Peking eröffnen.
Vom A6 haben wir 2012 über 130.000 Einheiten verkauft, der A4 L hat die Schallmauer von 100.000 durchbrochen, beim Q5 waren es rund 90.000. Gerade haben wir den Q3 als vierte lokale Baureihe in den Markt eingeführt und wir sind mit dem Feedback der Kunden schon jetzt sehr zufrieden.
Mittlerweile ist der Großteil der globalen Audi-Modelle in China erhältlich. Sehr beliebt sind bei unseren Kunden zum Beispiel der Q7 und der A8 L. Auch besonders sportliche Modelle wie den S6 oder den RS 5 importieren wir mittlerweile nach China. Mitte des Jahres wird auch die Hybrid-Variante des A6 zu den Händlern kommen.
SUVs sind auch in China außerordentlich gefragt. Mit dem Q5 war Audi der erste Autohersteller, der diesen Fahrzeugtyp lokal gefertigt hat. Heute verkaufen wir mehr Q5 vor Ort als wir zu Beginn je gedacht hätten. Damals steckte das SUV-Segment in China noch in den Kinderschuhen, heute ist es das am schnellsten wachsende Segment.
Wir haben unser Werk in Changchun vor zwei Jahren ausgebaut. Unsere aktuelle Kapazität von 350.000 Einheiten pro Jahr können wir daher bis 500.000 erhöhen. Zudem eröffnen wir Ende des Jahres in Foshan unsere zweite Fabrik, mit einem Volumen von 150.000 bis 200.000 Einheiten. Dort wird unser Neuzugang in der A3-Familie vom Band laufen.
Mit unseren Produktionskapazitäten können wir flexibel auf die Marktnachfrage reagieren, denn die Werke fahren am Anfang natürlich nicht an ihrer Kapazitätsgrenze. Über eine Ausweitung der Kapazitäten werden wir zu einem gegebenen Zeitpunkt entscheiden, heute gibt es aber dafür keine Pläne.
Wir erwarten, dass China ein Markt für 20 Millionen Einheiten bis 2020 ist und dass der Premiummarktanteil von heute etwa zehn Prozent auf 13 Prozent steigen wird.
Die Fabrik ist für Autos ausgelegt, die auf dem Modularen Querbaukasten basieren. Damit haben wir die Möglichkeit, dort auch andere Modelle zu fertigen. Aber dafür gibt es derzeit keine konkreten Pläne.
Ich werde mich nicht an Ihrer Spekulation beteiligen, was die Modellplanung von Audi angeht. Was die lokale Produktion in China betrifft, handelt es sich bei unseren beschlossenen Plänen heute schon um ein sehr ambitioniertes Programm und das wollen wir erst einmal abarbeiten.