München. Seit 2008 hat Hyundai den Marktanteil in Europa (EU und EFTA-Staaten) von 1,8 auf 3,5 Prozent fast verdoppelt. 2,2 Milliarden Euro wurden in die beiden europäischen Fertigungsstandorte in Tschechien und der Türkei sowie in Entwicklungs- und Testzentren in Deutschland investiert. Doch die Absatzkrise in Europa ist auch an Hyundai nicht spurlos vorübergegangen: „Operativ sind wir profitabel“, so Rushforth. Doch unterm Strich sei die Profitabilität unbefriedigend. Und das, obwohl beide Werke „zu 100 Prozent“ ausgelastet seien. Jedoch hat sich die Marke die hohe Werksauslastung auch mit Sonderangeboten erkauft. Bei Rabatten hält sich Hyundai zwar zurück: „Nur Volkswagen gibt im Volumensegment in Europa weniger Incentives als wir.“ Bei den Tageszulassungen jedoch war die Marke zumindest in Deutschland in den vergangenen Monaten vorn dabei: Von Januar bis Juli 2013 betrug der Anteil nach Berechnungen des Center Automotive Research 39,1 Prozent. Um nicht stärker in den Preiskampf im Volumensegment ver strickt zu werden, hat Rushforth nun das ehrgeizige Wachstumsziel der Marke, bis 2015 den Marktanteil von 3,5 auf fünf Prozent zu steigern, auf 2020 verschoben. Rushforth: „Wir planen, das Ziel nun bis Ende des Jahrzehnts zu erreichen.“ Wichtiger sei derzeit, die vielen Neukunden bei der Stange zu halten, die Hyundai in den vergangenen Jahren gewonnen hat: „80 Prozent der Hyundai-Käufer sind Neukunden“, so Rushforth. 30 Prozent der europäischen Hyundai- Flotte sei sieben Jahre alt oder älter. Jetzt gehe es darum, diesen Kunden den nächsten Neuwagen zu verkaufen.
Hyundai-Europa-Chef Rushforth stellt Profit vor Wachstum
Der südkoreanische Autobauer Hyundai war in den vergangenen fünf Jahren die am schnellsten wachsende Automarke im europäischen Volumenmarkt. Doch nun durchlaufe Hyundai eine „Phase der Konsolidierung“, sagte Europa-Chef Allan Rushforth im Gespräch mit der Automobilwoche. „In unserem Fokus steht derzeit Profitabilität, nicht Wachstum um jeden Preis.“
Neuer i10 aus der Türkei
Rückenwind erhofft sich die Marke durch den neuen i10, der auf der IAA Premiere feiert. Die Produktion des Einstiegsmodells holt Hyundai von Indien in die Türkei. „Hier sind die Produktionskosten zwar höher“, so Rushforth, „doch dafür sparen wir bei der Logistik und können die Zahl der Lagerfahrzeuge reduzieren.“ Damit werden künftig 90 statt bisher 70 Prozent der in Europa verkauften Fahrzeuge auch hier gefertigt.