Wunsiedel. Für zehn Standorte des ehemals siebtgrößten deutschen VW-Händlers fanden die Insolvenzverwalter der Nürnberger Kanzlei Beck & Partner neue Investoren. Fünf Häuser mussten geschlossen werden, darunter auch die beiden völlig überdimensionierten Betriebe in Wunsiedel. Von den 600 Mitarbeitern der Gruppe wurde ein Drittel übernommen. Gescheitert sei das Unternehmen letztlich an „fehlender Liquidität“, so Übergangsgeschäftsführer Missing. Doch das war nicht das einzige Problem. Bereits seit Herbst 2011 liefen bei der Staatsanwaltschaft Hof Ermittlungen gegen den Autohändler wegen möglicher Steuerdelikte. Im Zuge der Insolvenz wurde dann zusätzlich der Vorwurf erhoben, es habe Unregelmäßigkeiten im Umgang mit Kundengeldern gegeben. Noch wird geprüft: „Das Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche der Autowelt König ist noch nicht abgeschlossen“, sagte Oberstaatsanwalt Peter Glocker der Automobilwoche.
FLOP 2013: Die größte Händlerpleite des Jahres
Es war die größte Händlerpleite des Jahres: Am 21. März musste die Autowelt König Insolvenz anmelden, Anfang Juni wurde das Verfahren vom Amtsgericht Hof eröffnet. Betroffen waren alle Standorte des 1964 gegründeten Unternehmens. Bereits zum Jahreswechsel wurde Unternehmensberater Walter Missing im Zuge der Sanierung als Interimsgeschäftsführer eingesetzt. Doch es gelang dem ehemaligen Daimler-Manager nicht, die Gruppe fortzuführen. Der Kapitalbedarf war zu groß, die Banken spielten nicht mehr mit.