München. Global agierende Autokonzerne setzen in der Fortbildung häufig aufs Lernen am Computer, besser bekannt als E-Learning. Um mit kleinem Budget möglichst große Wirkung zu erzielen, hat Nissan mit einem Dienstleister das E-Learning nun um ein virtuelles Klassenzimmer ergänzt, in dem Nachwuchsmanager auf den Kurs des Konzerns eingeschworen werden. 60 Führungskräfte mit großem Potenzial hat der Autobauer durch sein Programm GOLD („Global Organizational Leadership Development“) geschleust. Ergebnis: Die Teilnehmer verbesserten ihre Führungsfähigkeiten um 31 Prozentpunkte. Damit ist die virtuelle Weiterbildung im Ergebnis vergleichbar mit Präsenzveranstaltungen. Und Nissan hat Reisebudget und Arbeitszeit der Teilnehmer gespart.
Virtueller Klassenraum für Nissan-Manager
Im virtuellen Klassenzimmer saßen unter anderem Shahnawaz Mehdi und Nadia Trimmel, beide aufstrebende Linienmanager im Nissan-Konzern. Während Mehdi als IT- und Logistikexperte in Dubai arbeitet, fungiert Trimmel als Senior-Produktmanagerin in Pretoria. Für sie und 58 weitere Teilnehmer schaffte Nissan zusammen mit dem Dienstleister DDI „eine gemeinsame Lernumgebung, um allen Verantwortlichen die gleiche Managementphilosophie zu vermitteln“, sagt Wolfgang Doerfler, Geschäftsführer DDI Deutschland. Nissans künftige Topmanager sollen sich schon früh in ihrer Karriere miteinander vernetzen. „Es sind die Leute um einen herum, die einen dazu bringen, Ziele zu erreichen“, sagt Teilnehmerin Trimmel. Die 60 High-Potentials trafen sich in sechs Monaten achtmal in Gruppen zu 20 Teilnehmern. Das sollte sie an die Atmosphäre gewöhnen und für Vertrautheit mit dem virtuellen Klassenzimmer sorgen. „Das Ganze verlief sehr dynamisch. Die Technologie förderte einen hohen Interaktionsgrad und die aktive Teilnahme der beteiligten Führungskräfte“, sagt Doerfler.