Hannover. So arbeitet man inzwischen daran, Kautschuk aus Löwenzahn zu gewinnen, sagt Holger Lange, Leiter Tread Compound Development bei Continental. Die Idee ist nicht neu, doch inzwischen habe man zusammen mit der Universität Münster und dem Fraunhofer- Institut das Problem gelöst, dass der Saft der Blume normalerweise viel schneller gerinnt als der des Gummibaums. Nun könne der Einsatz von Löwenzahn zur Kautschukproduktion ein kommerzieller Erfolg werden, sagt Lange. In fünf Jahren oder etwas später könnten die Löwenzahn-Reifen Realität werden. Auch werden Recyclingmaterialien in Zukunft im Fokus stehen. Noch in diesem Jahr wird voraussichtlich eine Fabrik in Hannover an den Start gehen, in der durch Devulkanisation alter Reifen die Wiederverwertbarkeit drastisch verbessert werden soll. Fortschritt gibt es nicht nur beim Gummi. So haben Materialien wie Aramid in den vergangenen Jahren Einzug in die Reifenwelt gehalten. Noch sei es aber zu teuer und werde nur eingesetzt, wo es unbedingt nötig ist, wie im Hochgeschwindigkeitsbereich. Der Einzug in den Massenmarkt werde wohl noch auf sich warten lassen, sagt Lange.
Reifen-Rohstoff von der Blumenwiese
Große Werkstoffrevolutionen sind selten im Reifenbereich. Synthetischer Kautschuk kam schon in den 40er-Jahren auf den Markt. Dennoch ist sein natürliches Pendant noch immer unverzichtbar. Doch das Thema Reifenmaterial ist nicht statisch.