München. Daimler war eines der ersten Unternehmen, das die Vorteile des dualen Studiums erkannte. Anfang der 70er-Jahre schlugen die Stuttgarter dem baden-württembergischen Kultusministerium die Etablierung eines dualen Systems vor. Dafür wurde die Berufsakademie Baden-Württemberg gegründet, die mittlerweile als Duale Hochschule Baden- Württemberg (DHBW) firmiert. „Die Verbindung aus Theorie und Praxis ist eine gelungene Kombination. Durch die Zusammenarbeit mit der DHBW haben wir ein zukunftsweisendes Modell geschaffen“, sagt Wilfried Porth, Daimlers Personalchef. Bislang haben rund 3000 Personen das duale Studium bei Daimler durchlaufen, jährlich kommen 250 dazu. „Absolventen der DHBW sind ein wichtiger Bestandteil unserer Nachwuchsgewinnung“, so Porth. Die dualen Studiengänge sind im Regelfall auf sechs Semester angelegt und teilen sich etwa zu gleichen Teilen in Theorie an der Hochschule und praktischer Mitarbeit im Unternehmen auf. Auch Auslandsaufenthalte werden von den Stuttgartern ermöglicht. Bei BMW sind diese sogar Pflicht. Die Münchner bieten verschiedene Varianten an. Begehrt sind zum Beispiel die „Fastlane“-Plätze. Hier bekommen Master-Studenten ein monatliches Stipendium von 750 Euro. Außerdem seien die Studenten „ein Teil der BMW Group und können sich einen Wissens- und Erfahrungsvorsprung aufbauen, der sie optimal auf einen Einstieg bei BMW vorbereitet“, heißt es bei den Bayern. Auch Porsche kooperiert, wie Daimler, mit der DHBW. Der Sportwagenhersteller entschied vor zwei Jahren, die Zahl der Ausbildungsplätze im Unternehmen auf 150 auszubauen. Damit einher ging auch eine Ausdehnung des Angebots für das duale Studium auf 34 Plätze. 2013 gingen 2828 Bewerbungsschreiben bei Porsche ein – nur für die dualen Studiengänge. VW-Personalleiterin Elke Lücke nennt das duale Studium „eine unentbehrliche Säule zur Nachwuchssicherung“. Als ideal erweise sich, die Studenten schon während ihrer Ausbildung entlang der Anforderungen des Unternehmens zu fördern. Das Studium wird so optimal auf die spätere Tätigkeit ausgerichtet. Die Absolventen verfügen nach ihrer Ausbildung bereits über persönliche interne Netzwerke sowie eine ausgeprägte Produktaffinität. Die Studierenden sind also schon frühzeitig im Unternehmen „zu Hause“. Das soll auch bei Volkswagen so sein – an den sechs deutschen Standorten der Wolfsburger werden rund ein Dutzend duale Studiengänge angeboten.
Zweigleisiger Erfolgsweg in die Branche
Autohersteller setzen zunehmend auf die Verzahnung von akademischer Ausbildung und Praxisbezug, bieten den Rahmen für ein duales Studium – und profitieren dadurch vom qualifizierten Nachwuchs aus den eigenen Reihen. Studierenden bietet die Ausbildung ideale Karrierechancen – die Studienplätze sind heiß begehrt.