München. Nach durchwachsenem Jahresstart mit kräftigem Gewinneinbruch in der Pkw-Sparte dürfte das zweite Quartal für den Autobauer BMW erfolgreicher verlaufen sein. Allerdings spürt auch der Oberklasse-Hersteller Gegenwind aus Südeuropa, der die Branche zu höheren Rabatten zwingt. Zwar passten zu Premiumfahrzeugen keine hohen Nachlässe, jedoch sei der Wettbewerb "sehr intensiv, weshalb auch wir uns von der Marktentwicklung nicht ganz abkoppeln können", hatte Vorstandschef Norbert Reithofer kürzlich in einem Interview gesagt. Aber auch wenn man versuche, "Preisnachlässe soweit wie möglich zu vermeiden", dürfte die Krise sich erneut in der Bilanz niederschlagen. Am Donnerstag (1. August) wollen die Münchner ihre Zahlen vorlegen.
Die von der Nachrichtenagentur Bloomberg bis Dienstag befragten Analysten rechnen vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Schnitt mit 2,06 Milliarden Euro Gewinn. Das wären knapp zehn Prozent weniger als vor einem Jahr. Im ersten Quartal war vor allem das EBIT der Pkw-Sparte eingeknickt, während gut laufende Leasingverträge das Konzernergebnis auf Kurs gehalten hatten. Unter dem Strich rechnen die Experten mit 1,27 Milliarden Euro wie vor einem Jahr.Aber trotz eines satten Absatzwachstums von mehr als sechs Prozent im zweiten Quartal rechnen die Analysten nur mit einem leichtem Umsatzwachstum auf 19,6 Milliarden Euro. Nach einem Minus auf 17,5 Milliarden Euro im ersten Quartal müsste BMW bis zum Jahresende also noch zulegen, um den Wert von 76,8 Milliarden aus dem Jahr 2012 wie geplant zu überbieten. Grund für die schleppende Umsatzentwicklung dürfte neben dem Preisdruck in Europa der veränderte Modellmix sein: Haupttreiber des Wachstums war im gesamten ersten Halbjahr der BMW Dreier, der sich um gut 20 Prozent häufiger verkaufte als vor einem Jahr. Auch der Kompakt-SUV X1 legte kräftig zu, während die eine Nummer größeren Baureihen nur moderat zulegten. Auch die gewinnträchtige Siebener-Reihe verkaufte sich zu Jahresbeginn schlechter.Schleppender Umsatz
Europa-Flaute belastet BMW
Wenn BMW am Donnerstag seine Zahlen für das zweite Quartal vorstellt, rechnen Analysten mit einem EBIT auf Vorjahresniveau. Probleme gibt es aber weiterhin.
In China gebaute Autos werden anders verrechnet
Ein weiterer Punkt: Einen Hauptteil seines Absatzwachstums zieht BMW aus dem größten Einzelmarkt China. Dort werden die lokal produzierten Autos in der Bilanz aber anders verrechnet. Sie treiben zwar den Konzernabsatz in die Höhe. Umsatz und Gewinn aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen Partner Brilliance werden aber nicht in der Pkw-Sparte verbucht, sondern fließen in das Finanzergebnis ein.
Viel Geld dürfte zudem die Entwicklung des i3, BMWs erstem Elektroauto in Serienproduktion, gekostet haben. Schätzungen gehen von einigen Milliarden Euro aus. Im Spätherbst kommt der Wagen, der am Montag seine offizielle Weltpremiere feierte, in Deutschland zu den Händlern. (dpa-AFX/swi)