München. Die Zahl der in der Europäischen Union gefertigten Neuwagen ist auch im Februar deutlich gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden mit 1,34 Millionen rund ein Achtel weniger Autos gebaut, ergaben Berechnungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). In den ersten zwei Monaten des laufenden Jahres liegt die Produktion in den EU-Werken gut zehn Prozent unter Vorjahr.
PwC rechnet allerdings mit baldiger Besserung: Für 2013 erwarten die Experten insgesamt knapp 15,6 Millionen in der EU gebaute Autos und damit einen Rückgang der Produktion um lediglich 1,2 Prozent gegenüber dem Gesamtjahr 2012.Erneut waren es im Februar insbesondere die europäischen Volumenhersteller, die auf den anhaltend schwachen Binnenmarkt reagieren mussten und entsprechend ihre Fertigungsstätten deutlich geringer auslasteten. Die europäischen General Motors-Marken Opel und Vauxhall bauten im Februar fast 30 Prozent weniger Neuwagen. Für Januar und Februar akkumuliert liegt das Minus bei 28,6 Prozent. Ähnlich groß waren die Rückgänge bei den französischen Konkurrenten PSA Peugeot Citroën und Renault-Nissan. Beide fuhren ihre Produktion im Februar um rund ein Viertel zurück. Auffällig bei Renault: Die Billigmarke Dacia steht – wie schon im Januar – noch schlechter da als die Kernmarke Renault. Im Februar betrug der Dacia-Produktionsrückgang 42,2 Prozent, bei Renault stehen minus 30,2 Prozent zu Buche.Besser sieht es bei Ford aus: Die EU-Werke des US-Autoriesen produzierten zwar knapp zwölf Prozent weniger Fahrzeuge als im Februar 2012, damit schnitt Ford aber besser ab als die Gesamtbranche (minus 12,6 Prozent). Auch die Volkswagen-Volumenmarken trotzen weiterhin der Krise: Während VW Pkw und Škoda leicht im Minus liegen, steigerte die spanische Marke Seat ihre Produktion im zweistelligen Prozentbereich. In den ersten beiden Monaten des Jahres liegt die Volkswagen-Kernmarke ein Prozent im Plus, Škoda 2,3 Prozent im Minus und Seat 13,5 Prozent über Vorjahr. Die Fiat-Gruppe liegt leicht unter Vorjahr, die Kernmarke Fiat steigerte ihre EU-Produktion aber um knapp acht Prozent.Weniger betroffen von der Krise waren im Februar auch die Premiumhersteller. Zwar sank bei BMW, Daimler, Audi und Porsche die Zahl der gefertigten Autos, jedoch in weitaus geringerem Maße als bei den Volumenherstellern. Bei der BMW Group und Daimler war das Minus bei den Kleinwagenmarken Mini und Smart deutlicher als bei den Luxusmarken BMW und Mercedes-Benz. Andere Premiumhersteller und Sportwagenbauer steigerten ihre Produktion im Februar. Dies gilt insbesondere für Aston Martin, Ferrari, Maserati, Lotus und Jaguar.Produktionsbänder in der EU laufen auch im Februar nicht unter Volllast
Die Neuwagenproduktion in der Europäischen Union ist auch im Februar deutlich gesunken. Die Premiumhersteller waren nicht so stark betroffen wie die meisten Volumenhersteller.