Bremen. Mit dieser guten Bilanz endet bei der BLG eine Ära: Nach 14 Jahren geht Aden von Bord, der das landeseigene Unternehmen zum Marktführer in der Fahrzeuglogistik gemacht und damit die Abhängigkeit vom konjunkturanfälligen Containergeschäft reduziert hat. Zudem trieb der heute 65-Jährige die globale Ausrichtung der BLG voran: „Als ich vor 14 Jahren in dieser Konstellation hier begonnen habe, waren wir bei 3000 Mitarbeitern ausschließlich in Bremen und Bremerhaven“, so Aden. Heute beschäftigt die Gruppe 16.000 Menschen weltweit, davon 8500 in Bremen und Bremerhaven. Aden: „Das heißt, die Globalisierung ist dem Heimatstandort zugutegekommen.“
Doch nicht alle Pläne des Logistikexperten, der zuvor bei Bertelsmann und Thyssen gearbeitet hatte, gingen auf: Die einst größte Kfz-Werkstatt Europas, in der 500 BLG-Mechaniker Importfahrzeuge auf europäische Standards umrüsteten, beschäftigt heute noch 200 Menschen. Denn immer mehr Fahrzeuge asiatischer Marken werden in Europa gefertigt. „Wir haben zwar die Autos noch im Netz und transportieren sie aus den Werken in Ost- und Mitteleuropa zu den Kunden“, so Aden, die Wertschöpfung pro Fahrzeug sei aber gesunken. Heute transportiert BLG Autos auf 70 eigenen Zügen, 500 Automobiltransportern und sieben Binnenschiffen quer durch Europa. So bringt der Dienstleister unter anderem Fahrzeuge von Kia und Hyundai aus deren Werken in Tschechien und der Slowakei zum Autoterminal Kelheim. Anschließend verteilt BLG die Neuwagen an die deutschen Händler.Als Zukunftsmärkte, die der neue Vorstandschef Frank Dreeke ab dem 1. Juni verstärkt bearbeiten will, hat das Unternehmen vor allem Russland und China ausgemacht. Dort betreibt BLG bereits Gemeinschaftsunternehmen, die in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden sollen. Neben Aden verlassen drei weitere Vorstände das Unternehmen, unter anderem der für Kontraktlogistik zuständige ehemalige Karmann-Chef Bernd Lieberoth- Leden. Für ihn kommt Andreas Wellbrock. Neuer Finanzchef wird Jens Bieniek, Michael Blach kommt für den Geschäftsbereich Automobillogistik in den Vorstand. BLG hat 2012 weltweit 6,75 Millionen Autos umgeschlagen, nach 6,5 Millionen im Vorjahr. Der Umsatz der gesamten Gruppe stieg um 13,5 Prozent auf 1,14 Milliarden Euro. Das Vorsteuerergebnis von 49,1 Millionen Euro lag leicht über dem Vorjahr, wobei vor allem hohe Investitionen und Anlaufkosten des neuen Tiefwasserhafens Eurogate auf das Ergebnis drückten. Über die Seehäfen wurden 2,15 Millionen Fahrzeuge umgeschlagen, wobei 75 Prozent in den Export gingen und nur 25 Prozent importiert wurden. Damit hat sich der Trend fortgesetzt, wonach der Import von Autos aus Übersee stetig sinkt. Auch die gestiegene Produktion deutscher Autohersteller in den USA kommt der BLG zugute. Für Mercedes wickelt das Unternehmen die Teilelogistik des US-Werks ab. Und auch BMW ist als Logistikkunde hinzugekommen. Von Wackersdorf aus liefert BLG Teilesätze für die Fertigung in Spartanburg.Autologistik rettet BLG-Bilanz
Mit einem Jahresergebnis über den Erwartungen verabschiedet sich Vorstandschef Detthold Aden von der Spitze des Bremer Logistikkonzerns BLG. Dem größten Autotransporteur Europas half im vergangenen Jahr vor allem die Exportstärke der deutschen Autoindustrie. Der Rückgang der Importe über Bremen und Bremerhaven konnte so mehr als ausgeglichen werden.