Seoul. Noch in diesem Jahrzehnt soll es deshalb zahlreiche Fahrzeuge mit alternativen Antrieben geben: In zwei Jahren werde Kia seinen ersten Plug-in-Hybrid verkaufen und bis dahin auch die Brennstoffzelle serienreif haben. Die größten Hoffnungen ruhen allerdings auf dem ersten Elektroauto, das Kia global vermarkten wird: Nach einer nur in Korea verkauften Kleinserie auf Basis des Micro- Vans Ray feiert in Genf der neue Kia Soul mit Akku-Pack Premiere. Er soll die Konkurrenz mit einer besonders leistungsstarken Lithium- Ionen-Polymer-Batterie überflügeln, die ohne Platzeinbußen im Unterboden montiert ist: 27 Kilowattstunden stark und dank einer 100-Kilowatt-Schnellladung binnen 25 Minuten zu 80 Prozent gefüllt, soll sie eine Reichweite von mehr als 200 Kilometern ermöglichen. „Das schafft in dieser Klasse sonst keiner“, sagt Projektleiter Chi Hgeon Hwang. Auch die Fahrleistungen des 81 Kilowatt starken Motors seien überdurchschnittlich: Zwar braucht der gut 1,5 Tonnen schwere Soul rund zwölf Sekunden von null auf 100 km/h. Doch mit einer Spitzengeschwindigkeit von 145 km/h fährt er Autos wie dem E-Golf oder dem Nissan Leaf davon. Ein halbes Jahr vor dem Verkaufsstart in Deutschland tut sich Kia mit der Preisfindung noch schwer. Doch auch da will Kias Auslandschaf Oh die Konkurrenz überraschen: „Bei diesem Auto geht es uns nicht so sehr um Stückzahlen und Rendite, sondern vor allem ums Image.“
Kia reitet mit auf der grünen Welle
Die grüne Welle erfasst jetzt auch Kia. Nachdem die Koreaner bislang vor allem mit ihrem attraktiven Design, üppiger Ausstattung und einer konkurrenzlosen Garantie gepunktet haben, entdecken sie nun die Nachhaltigkeit als Verkaufsargument. „Wir sind mittlerweile weltweit ein wichtiger Spieler. Jetzt wollen wir auch zu einem führenden Anbieter von umweltfreundlichen Autos werden“, sagt Kias Auslandschef Thomas Oh.