München. Ist man auf der Suche nach Mitarbeitern, kommt man am Internet nicht mehr vorbei. Stellenanzeigen haben sich von der gedruckten Zeitung schon lange ins Netz verschoben. Wer nicht im Internet präsent ist, hat es schwer, gefunden zu werden – das gilt nicht nur in Bezug auf Kunden, sondern auch auf die künftigen Mitarbeiter. Ob größere Handelsgruppe – wie die AVAG, Marken der Wellergruppe, Dürkop oder die Autohaus- Peter-Gruppe – oder kleine Werkstatt: Oft steht der Link zu den Jobangeboten an prominenter Stelle der Startseite. Die nächste logische Stufe wäre es, das Thema Jobs auch in die sozialen Netzwerke zu tragen. Doch dort ist es bisher in deutlich geringerem Maße angekommen, zumindest wenn es um die direkte Jobsuche geht. „Wir haben schon mal ein Stellenangebot bei Facebook platziert. Das hat allerdings wenig gebracht“, sagt Dürkop- Chef Stefan N. Quary, der die sozialen Netzwerke an anderer Stelle durchaus intensiv für seine Autohäuser nutzt. Was die Personalrekrutierung angeht, sieht er die Bedeutung von Facebook & Co. derzeit noch eher darin, sich als attraktiven Arbeitgeber darzustellen. Trotzdem will Quary auch in Zukunft wieder Stellen bei Facebook ausschreiben. Der Grund ist einfach: „Es kostet wenig und schadet nicht.“ Für Burkhard Weller, geschäftsführender Gesellschafter der Wellergruppe, ist die Präsenz in den sozialen Netzwerken eine Selbstverständlichkeit: „Natürlich sind wir bei Xing & Co. vertreten.“ Zudem bewirbt man offene Stellen auf Facebook und den eigenen Internetseiten. Das Personalrecruiting nehme „alle medialen Netzwerke wahr, und das mit großem Erfolg“. Ein Vorteil dieses Vorgehens ist die höhere Geschwindigkeit. „Die Bewerbungen erreichen uns viel schneller, wir können sofort Kontakt aufnehmen.“ Gute, qualifizierte Mitarbeiter könnten dann umgehend angesprochen werden, „und wir sind damit vorn“, sagt Weller. „Hier zählt Schnelligkeit – wie beim Angebot für den Autointeressenten.“ Letztlich könne man so den eigenen Geschwindigkeitsanspruch bereits bei Bewerbern deutlich machen.
Menschen fischen mit dem Netz
Doch da die Facebook-Durchdringung der deutschen Kfz-Betriebe erst bei rund einem Drittel liegt, nehmen viele zwangsläufig einen anderen Weg. Beim Thema Auszubildende kann das die Azubibörse des ZDK sein, die Anfang des Jahres ihren bundesweiten Rollout hatte. Dort können Betriebe ihre offenen Ausbildungsplätze ausschreiben, sich selbst und den angebotenen Beruf ausführlich vorstellen. 323 Plätze werden dort aktuell angeboten, nicht nur in einem Onlineportal, sondern auch auf Facebook und über Twitter. So kommen die Ausbildungsplätze am Ende doch noch in die sozialen Netzwerke. Die Resonanz auf die Azubiseite hält sich allerdings – zumindest im Vergleich zur Zahl der jährlichen Berufsanfänger, die alleine bei den Mechatronikern rund 20.000 beträgt – eher in Grenzen. 139 Follower hat der Twitter- Account @autoberufe, darunter auch das ein oder andere Autohaus. Bei Facebook kommt die Seite der Börse immerhin auf 400 Likes.