München. Eine Entscheidung über eine Serienfertigung von Elektrofahrzeugen ist bei Volvo noch nicht getroffen. „Wir sind nicht stark genug, um den Markt zu treiben, das müssen andere OEMs tun“, so Volvo-Manager Johan Konnberg. Trotz der unsicheren Aussichten für das Projekt soll die Zusammenarbeit mit Siemens andauern: „In kommenden Fahrzeugplattformen wollen wir Siemens als Kernlieferanten für alle Hochvolt-Komponenten.“ Gemeint ist vor allem die SPA-Plattform. Auf dieser skalierbaren Produktarchitektur sollen künftig alle Volvo-Modelle basieren. Die Einführung von Plug-in-Hybridversionen gilt als wahrscheinlich, um den für 2020 anvisierten CO2-Grenzwert von 95 Gramm pro Kilometer zu erreichen. Der Motor in Permanentmagnet- Bauweise und der Inverter stammen von Siemens. Der Motor soll eine zehn Prozent größere Leistungsdichte und vor allem 50 Prozent mehr Drehmoment bieten als die bislang bei Volvo eingesetzten Traktionsmotoren. Eine Besonderheit stellt das ebenfalls von Siemens entwickelte Schnellladesystem dar. Rein rechnerisch ist die 24-Kilowatt-Batterie damit in etwas mehr als einer Stunde geladen, in der Praxis dauert es 90 Minuten, um von 30 auf 90 Prozent Ladezustand zu kommen. „Wir sind damit sechsmal schneller als bisher, ohne dass wir auf eine Infrastruktur an Schnellladestationen warten müssen“, so Konnberg.
Nur Kleinserie von Volvo und Partner Siemens
Zwei Jahre nach dem Start der Partnerschaft mit Siemens baut Volvo eine neue Kleinserie des C30 Electric, die mit der Antriebstechnik des Elektrokonzerns ausgerüstet ist. Von den 100 Autos geht die Hälfte zurück an Siemens. Die andere Hälfte wird in Kommunen und Forschungsprojekten in Norwegen und Schweden eingesetzt. Von der ersten Generation des C30 Electric, an der Siemens noch nicht beteiligt war, fertigte Volvo 250 Autos.