Wien. Weil das heutige 12V-Bordnetz mit zusätzlichen Großverbrauchern überfordert ist, sollen E‑Lenkungen, Klimakompressoren oder die elektrisch angesteuerte Wankstabilisierung künftig ihre Energie aus dem zusätzlichen Bordnetz beziehen. Grundsätzlich sind zwei Konfigurationen denkbar: Der Generator bleibt Teil der 12V-Welt und speist über einen Wandler eine zyklusfeste Batterie, beispielsweise einen 48V-Lithium-Ionen-Akku. Oder umgekehrt: Der Generator rückt in die höhere Spannungsebene und versorgt über den Wandler das bestehende Bordnetz, an dem weiterhin alle Verbraucher mit geringem Energiebedarf hängen. Der Vorteil der letztgenannten Konstellation ist, dass die Rekuperationsleistung auf das Dreifache zulegen kann. Damit lässt sich ein Mildhybrid realisieren, der den Verbrenner beim Beschleunigen unterstützt und ihn dadurch auch im realen Fahrbetrieb sparsamer macht. All das und mehr leistet zwar ein Vollhybrid von Haus aus. Doch diese Architektur erfordert tiefe Eingriffe ins Fahrzeugkonzept und ist daher für Volumenmodelle zu teuer.
Gemeinsamer Anlauf für das zweite Bordnetz
Lange war das zweite Bordnetz mit einer höheren Spannungslage nur Gegenstand von Vorträgen. Was mit 36 Volt nicht geklappt hat, scheint nun in der Variante des 48V-Bordnetzes beschlossene Sache. Laut Michael Kilger, bei Audi zuständig für die Entwicklung elektrischer Antriebskomponenten, wird intensiv daran gearbeitet. Parallel beeilen sich Zulieferer wie Bosch und Continental, die leistungshungrigen Komponenten auch in einer 48V-Variante anzubieten.