Chongqing. „Mit unserem neuen Werk in Chongqing festigen wir unsere Position als globaler Marktführer von Schiebe- und Panoramadächern“, sagte Webasto-Chef Holger Engelmann bei der Fabrikeinweihung. Das Werk in der Millionenmetropole am Jangtsekiang wurde offiziell mit einem Festakt und landestypischen Zeremonien eröffnet. In der 16.000 Quadratmeter großen Fabrikhalle wird Webasto zukünftig für die in Chongqing ansässigen Hersteller wie Ford, General Motors und Volvo Dachsysteme produzieren. Zudem stellt sich der Zulieferer mit seiner bislang achten Produktionsstätte in der Volksrepublik für die weitere Expansion im westlichen Teil Chinas auf. Engelmann: „Chongqing ist für uns das Tor zum Westen Chinas.“ Für Webasto ist China der größte Einzelmarkt weltweit. Der Zulieferer, inzwischen in 46 Ländern mit eigenen Standorten vertreten, konnte seinen Umsatz dort zwischen den Jahren 2009 und 2012 auf 500 Millionen Euro verdoppeln. Diese Entwicklung spiegelt zum einen den Boom des Automobilmarkts in China generell wider, zum anderen profitiert Webasto von einer Eigenheit des Markts: „Chinesen mögen Schiebedächer“, sagte der Vorstandsvorsitzende Engelmann in Chonqing vor Pressevertretern. Auf keinem anderen Markt würden Autos so häufig mit Schiebe- und Panoramadächern bestellt. Der Marktanteil der Stockdorfer an Dachsystemen beträgt heute in China, wie auch auf dem globalen Markt, 50 Prozent.
Webasto expandiert in China
Im Jahr 2001 hatte Webasto in Schanghai mit der Produktion in China begonnen. Seit 2004 betreiben die Bayern dort auch ein Forschungs- und Entwicklungszentrum. Für Produktion und Entwicklung gelte als Maxime, „deutsche Qualität made in China“ anzubieten. Um weltweit einheitliche Standards zu realisieren, werden regelmäßig chinesische Mitarbeiter für eine Zeit im Stammwerk in Stockdorf eingesetzt. Dies trage zur Fertigungsqualität bei – und fördere beidseitig den kulturellen Annäherungsprozess, sagt Engelmann. Bis 2014 weitet Webasto seine Aktivitäten mit Werksneubauten in Wuhan und Shenyang aus, wo unter anderem BMW und PSA Peugeot Citroën produzieren. „Webasto denkt global und handelt lokal“, sagt Engelmann. Neue Märkte werden zusammen mit dem Kunden erschlossen. Durch die Werkserrichtungen und eine Stückzahlerhöhung plant der Weltmarktführer seinen Umsatz in China in den kommenden fünf Jahren zu verdoppeln. 2500 Beschäftigte sollen dann jährlich fünf Millionen Schiebe- und Panoramadächer fertigen.