München. Die späte Zustimmung des Verbands ohne erwirkte Änderung der Verträge ruft Kritik hervor: „Jeder Politiker müsste zurücktreten“, sagt Burkhard Weller, der bereits um den Jahreswechsel aus dem Verband ausgetreten ist. Eine Kehrtwende könne man nur machen, wenn man etwas erreicht habe. Der Vorsitzende der Händlerorganisation, Werner E. Entenmann, erklärt den Ablauf dagegen organisatorisch. Man habe auf eine Einladung zu einer Infoveranstaltung im August wegen der Ferienzeit zu wenig Resonanz erhalten und nur deswegen zum Warten geraten. Inhaltliche Gründe habe es nicht gegeben. Von verschiedenen Seiten ist zudem zu hören, dass bis zu 80 Händler vorübergehend in Erwägung gezogen haben sollen, auf den neuen Vertrag zu verzichten. In diesem Zusammenhang sollen auch Händler unter Druck gesetzt worden sein, was BMW entschieden zurückweist. Auch dazu, wie die Verträge zu bewerten sind, gibt es unterschiedliche Stimmen. Weller hat längst unterschrieben und empfindet die geforderten Standards nicht als übertrieben. Auch Verbandspräsident Entenmann ist mit dem Inhalt einverstanden. Branchenanwalt Christian Genzow urteilt dagegen, der Vertrag habe aus Herstellerperspektive die Note eins, aus Händlersicht aber die Note sechs verdient.
Irritation um Verträge
Ein Großteil der BMW-Händler hat den unter dem neuen Deutschland-Chef Roland Krüger vorgelegten Vertrag mittlerweile unterschrieben. Der Rücklauf sei „hervorragend“, heißt es beim Autobauer. Der Weg dorthin war nicht ganz so einfach. Denn zunächst hatte der Händlerverband seinen Mitgliedern geraten, mit der Unterschrift zu warten. Am 24. September, eine Woche bevor die Verträge in Kraft treten sollten, verschickte er dann allerdings die knappe Mitteilung: „BMW Händler vertrauen Roland Krüger und seinem Team“. Darin heißt es, die BMW-Handelsorganisation habe beschlossen, zu unterzeichnen. Änderungen am Vertragsinhalt gab es in der Zwischenzeit nicht, allerdings hatte BMW über deren Umsetzung informiert.