Genf. Umdenken müssen die Designer, weil die neue Technik neue Formen erfordert: Um die Akkus im Wagenboden unterzubringen, ist der Zoe zum Beispiel etwas höher und stämmiger geraten als der Clio. Damit sich der Wagen nicht so stark aufheizt und die Klimaanlage weniger leisten muss, hat er kleinere Scheiben. Weil der E-Motor keine Frischluft benötigt, hat das Auto zugunsten des cw-Werts eine glattere Frontpartie. Und weil dem Bordcomputer und der Reichweitenanzeige eine größere Bedeutung zukommt, werden Infotainment und Connectivity im Innenraum des Zoe stärker betont als beim Clio. Neue Freiheiten sieht van den Acker dagegen, weil Elektroautos ein besseres Verhältnis von Raum und Nutzwert bieten. „Die Batterien verschwinden im Wagenboden und der Motor ist viel kleiner – das gibt uns mehr Platz, den wir für die Insassen anders nutzen und gestalten können.“
Gerade beim Zoe nutzt van den Acker diese neuen Freiheiten allerdings kaum. Denn außer der glatteren Form und den metallisch- blauen Zierelementen, die Renault zum Merkmal seiner Elektroflotte gemacht hat, wirkt der Akku-Kleinwagen vergleichsweise konventionell. „Die Kunden machen beim Antrieb schon so einen großen Schritt, dass wir sie beim Design nicht auch noch verunsichern wollten. Anders als der bewusst ein bisschen verrückte Twizy ist der Zoe deshalb noch ein ziemlich normales Auto“, sagt van den Acker. „Sie sollen nicht das Gefühl haben, in einem Spielzeug zu sitzen.“ Die erste Generation von Elektrofahrzeugen sei also eher konventionell gehalten, um die Kundenverunsicherung nicht zu steigern. Das sei ein Trend, den er auch in anderen Unternehmen beobachte. Doch sobald die neue Technik einmal etabliert und akzeptiert ist, werde sich das ändern: „Bislang sind wir nur Verpackungskünstler, die eine schöne Hülle um die Technik legen. Aber wenn jeder weiß, dass ein Elektroauto zuverlässig fährt, und wenn vernetzte Fahrzeuge keine Unfälle mehr bauen, sodass wir keine Crashstrukturen mehr benötigen, dann können wir Formen und Räume irgendwann tatsächlich frei gestalten.“