München. Volkswagen hat das Mystery Shopping im Autohandel wieder stärker in den Fokus gerückt, denn die Wolfsburger weiten die heimlichen Testkäufe massiv aus. Dem Vernehmen nach denkt man nun auch bei weiteren Marken des VW-Konzerns darüber nach.
Denn das Mystery Shopping entwickelt sich weiter. Viele Kunden buchen mittlerweile Testkäufe mit sogenannten Szenarien, sagt Bernd Villwock, Geschäftsführer des Marktforschers Transfer, der auch für den Automobilwoche Award Autohandel Testkaufstudien durchführt. Der Testkäufer trete nicht mehr einfach als uninformierter Kunde auf, sondern komme beispielsweise mit einer fertigen Konfiguration eines Wunschfahrzeugs ins Autohaus oder zumindest mit Vorinformationen aus dem Internet. Sich darauf einzustellen sei für die Verkäufer schwieriger, daher schnitten sie bei diesen Tests meist schlechter ab.Ein weiterer Trend seien Testkäufe mit direktem Feedback, sagt Villwock. Schon rund jede zweite Mystery-Shopping-Aktion werde so gebucht. Für die Verkäufer sei der Motivations-, Trainings- und Bewusstmachungseffekt höher, wenn sie direkt nach dem Verkaufsgespräch die Rückmeldung vom Testkäufer erhalten.Mystery Shopping mit direktem Feedback hat aber auch Nachteile: Der Preis ist etwa doppelt so hoch wie beim Testkauf ohne sofortiges Feedback. Und wenn sich der Testkäufer nach dem Gespräch zu erkennen gibt, kann man nicht mehr prüfen, wie gut der Händler beziehungsweise das Autohaus beim Nachfassen abgeschnitten hätte. Daher ist nicht zu erwarten, dass das Mystery Shopping mit zeitverzögertem Feedback völlig verdrängt wird.Testkäufe im Handel werden komplexer
Die Praxis der verdeckten Testkäufe, das sogenannte Mystery Shopping, entwickelt sich weiter. Bernd Villwock, Geschäftsführer des Marktforschers Transfer, der auch für den Automobilwoche Award Autohandel Testkaufstudien durchführt, zu den aktuellen Trends.