Graz. Schwerpunkte der Forschung in Graz sind beispielsweise die Entwicklung von Co-Simulationsprogrammen, die bereits in frühen Phasen der Konzeptentwicklung eines Fahrzeugs sichere Bewertungen des Gesamtkonzepts zulassen. „Die dadurch erreichte Güte an Aussagekraft spart den Unternehmen Zeit, vor allem aber Geld“, sagt Bernasch. Besonders wichtig sind derartige Simulationen bei der Komponentenentwicklung aus neuen Materialien. Für VW und Audi entwickelte „Virtual Vehicle“ ein Verfahren, das es erlaubt, eine einzelne B-Säule einem Crashtest zu unterziehen – und zwar so, als sei das neue Bauteil bereits ins Gesamtfahrzeug integriert. „Erst wenn die Eigenschaften neuer Werkstoffe unter allen relevanten Bedingungen darstellbar sind, lassen sich die Materialien in der technischen Entwicklung einsetzen“, erklärt Bernasch. Leichtbau- Komponenten können so früh auf ihre Eigenschaften in Bezug auf Geräusche, Vibrationen und Sicherheit überprüft werden.
"Wir bündeln Know-how“
Das Forschungszentrum "Virtual Vehicle“ in Graz, das größte in Österreich, hat sich in den vergangenen zehn Jahren zu einem wichtigen Partner für Dutzende von Herstellern und Zulieferern aus der Automobilindustrie etabliert. "Wir verstehen uns als Knotenpunkt zwischen Industrie und Forschung, mit dem Hauptziel, anwenderorientiertes Knowhow zu bündeln, das sich schnell umsetzten lässt.“ So fasst Jost Bernasch, seit 2004 Geschäftsführer von "Virtual Vehicle“, die Aufgabe der Non-Profit-Organisation zusammen, die aktuell mehr als 200 Mitarbeiter beschäftigt.