München. Doch auch Dienstleistungen, die klassische Domänen des stationären Handels sind, müssen nicht unbedingt im Autohaus stattfinden. So sagten in der Umfrage 76 Prozent der Kunden, sie würden es bevorzugen, das Auto an einen Ort ihrer Wahl geliefert zu bekommen, wenn sie zuvor online einen Probefahrttermin vereinbart haben. Am häufigsten wünschten dies mit 95 Prozent die befragten Chinesen. Von den deutschen Kunden sprachen sich 80 Prozent für die Lieferung aus. Bei US-Käufern steht das Autohaus höher im Kurs, von ihnen wollen 46 Prozent das Auto nach wie vor beim Händler abholen. Als Startort der Probefahrt dominiert über die Ländergrenzen hinweg das eigene Zuhause. Auch Beratung können sich viele Kunden außerhalb des Autohauses vorstellen. 69 Prozent zeigten sich hier aufgeschlossen, die größte Zustimmung kam aus China mit 93 Prozent, gefolgt von den USA mit 77 Prozent. Deutschland liegt mit 70 Prozent im Mittelfeld, am konservativsten sind hier Schweden und Franzosen. Bei der Frage nach entscheidenden Gründen dafür, ein Auto online zu kaufen, ergibt sich ein eindeutiges Bild. In beinahe allen Ländern wurde ein niedrigerer Preis als wichtigster Grund genannt. Einzige Ausnahme ist China. Hier spielt der Preis ebenfalls eine große Rolle, allerdings wird den Faktoren Bequemlichkeit und Verfügbarkeit rund um die Uhr ein ebenso hoher Stellenwert eingeräumt. Bei chinesischen Kunden können Autohäuser noch mit klassischen Tugenden punkten. Vor allem ausreichend Personal und eine große Fahrzeugauswahl machen für sie einen Showroom attraktiv.
Studie zur Onlinerecherche vorm Autokauf
Es muss nicht immer das Autohaus sein
Die Stellung des Autohauses als Dreh- und Angelpunkt des Vertriebs steht unter Druck. Schon jetzt verbringt eine deutliche Mehrheit von fast 70 Prozent der Kunden vor einem Autokauf mehr Zeit mit der Onlinerecherche als im Autohaus – Tendenz steigend. Das geht aus einer Studie der Beratung Arthur D. Little hervor, für die unter anderem 4552 Kunden in acht Ländern befragt wurden.