Paris. Knapp 1500 Gäste folgten der Einladung zur sogenannten Group Night, traditionell zelebriert am Vorabend der Messe. Hierzu ließen die Wolfsburger die Halle 6 am Port de Versailles zur Autobühne umbauen und im Eiltempo die Neuheiten auffahren. Zudem legte man dieses Mal deutlich mehr Wert auf die Fahrzeuge als auf Feuerwerk und Fontänen. Dafür gab es gute Gründe, wurden doch gleich mehrere Überraschungen enthüllt, die vom Publikum viel Beifall bekamen. Nach der Vorstellung des TT Roadster ließ Audi ein bildschönes Derivat dieser Baureihe vorfahren, den TT Sportback Concept, eine viertürige Kompaktlimousine mit knackigen Proportionen. Dem Modell werden gute Chancen eingeräumt, in Serie zu gehen. Schon etwas weiter ist die Ducati Scrambler, die bereits im Januar in den Handel geht und so etwas wie eine Hommage an die Geländemotorräder der 60er-Jahre darstellt. Volkswagens italienische Zweiradtochter schafft mit der Scrambler nicht nur eine neue Nische, sondern könnte gar einen neuen Trend einläuten. Vielleicht trifft dies auch auf den VW XL Sport zu, ein weiterer Knaller, mit dem an diesem Abend niemand gerechnet hatte. Den flachen Zweisitzer, der weniger als 900 Kilogramm wiegt und auf dem Monocoque des XL1 basiert, treibt ein Zweizylinder-V-Motor der Ducati 1199 Superleggera an. Eine effiziente Kombination. „Der XL Sport ist mit 270 km/h das schnellste 200-PS-Auto der Welt“, sagt VW-Designchef Klaus Bischoff. Staunende Blicke zog auch die Studie Lamborghini Asterion auf sich. Nicht nur wegen seiner wunderschönen Linie, bei der VW auf seine prägende Kante verzichtet, sondern auch, weil er lautlos auf die Bühne fuhr. Ein leiser Lamborghini? Eigentlich ein Paradoxon. Doch unter der Carbonhaut steckt ein Plug-in-Hybridantrieb, mit dem ein CO2-Ausstoß von 98 Gramm je Kilometer möglich wird. 50 Kilometer kann Lamborghinis erster Plug-in elektrisch fahren. Gleiches gilt für den Passat GTE, den VW als Limousine und Variant mit nach Paris brachte und den Entwicklungschef Heinz-Jakob Neußer als „Fahrzeug mit drei Seelen“ bezeichnete: Elektroauto, Reiselimousine und Gran Turismo. Wie wichtig Volkswagen das Thema CO2-Reduktion nimmt, bekräftigte Martin Winterkorn in seiner Abschlussrede. Dabei wies er auch auf die immensen Investitionen hin, die dafür nötig sind. „Klimaschutz gibt es nicht zum Nulltarif“, sagte der Vorstandsvorsitzende und machte dies an einem Zahlenbeispiel deutlich, das im Publikum für nicht weniger Überraschung sorgte als die zuvor gezeigten Autos: Für jedes eingesparte Gramm CO2 in der Flotte des Konzerns müsse VW mit 100 Millionen Euro Entwicklungskosten in Vorleistung treten.
Konzeptfahrzeuge
Klimaschutz wird zum Kraftakt
„Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“ Zum Auftakt des diesjährigen Pariser Automobilsalons (4. bis 19. Oktober) bemühte Volkswagen die griechische Geistesgeschichte – genauer: den Philosophen und Mathematiker Aristoteles –, um einmal mehr den Zusammenhalt seiner Marken zu untermauern.