Hersteller
Opel dürfte 2015 als besonders erfolgreicher Autobauer ins Rampenlicht rollen. Für den Volumenträger Corsa ist ob der vielen Vorbestellungen im Frühjahr ein steiler Markthochlauf absehbar. Ab Sommer können die Rüsselsheimer mit ihrem neuen Kleinstauto Karl dem Škoda Citigo & Co. Paroli bieten. Und im Herbst startet – endlich – die neue Generation des Astra. Mit dem im Gewicht abgespeckten und technologisch aufgerüsteten Kompaktwagen will die Marke mit dem Blitz dunkle Wolken über dem Bestseller Golf des Erzrivalen VW aufziehen lassen. Wenn dies gelingt, kann Opel-Lenker Karl- Thomas Neumann 2016 umso leichter schwarze Zahlen melden.
Tesla hat Branchenkenner bei der Präsentation des Model D im Oktober enttäuscht. Kritiker werfen Tesla-Chef Elon Musk vor, dass ein Teil der dort gezeigten Technik schon in preiswerteren Autos verfügbar sei. Zudem hat Musk die Auslieferung des für Frühjahr 2015 erwarteten Geländewagens Model X auf den Herbst verschoben. Und der Allradler erhält Konkurrenz: Audi will 2017 ein E-Auto vorstellen, das mit dem X konkurriert. Viel Geld wird bei Tesla der geplante Bau einer neuen Batteriefabrik in den USA verschlingen. Musk will den Preis für Akkus um mindestens ein Drittel senken, um 2017 ein Volumenmodell für 35.000 Dollar anbieten zu können. Für 2014 rechnen Analysten bei Tesla mit 3,7 Milliarden Dollar Umsatz und etwa 230 Millionen Dollar Verlust. Zudem haben mit den Autoherstellern Daimler und Toyota zwei strategische Partner ihre Finanzbeteiligungen ganz oder teilweise verkauft.
Zulieferer
Hella ist der Sprung aufs Börsenparkett gelungen. Zusammen mit der ersten, bei institutionellen Anlegern über eine Kapitalerhöhung platzierten Tranche erreichte das Emissionsvolumen etwa 430 Millionen Euro. Die Einnahmen will der Licht- und Elektronikspezialist einsetzen, um vor allem international zuzulegen. Für den Zulieferer Hella, der neun Prozent vom Umsatz für Forschung und Entwicklung ausgibt, erwartet Branchenanalyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler ein überdurchschnittliches Wachstum. Schon heute erzielt Hella 15 Prozent des Umsatzes mit LED-Lichtsystemen.
Valmet hat zu kämpfen. Das finnische Unternehmen ist der kleinste der weltweit drei Verdeckhersteller. Seit 2007 hat sich der Markt auf rund 444.000 Verdecke fast halbiert. Als eine Konsequenz wird Valmet bis 2017 die Produktion im ehemaligen Karmann-Werk auslaufen lassen. Neue Aufträge werden im polnischen Zary gefertigt werden. Holger Engelmann, Chef des weltweit größten Verdeckherstellers Webasto, befürchtet, dass der Markt nicht mehr genügend Volumen für drei Anbieter hergibt. Wegen der Komplexität des Bauteils und der dafür erforderlichen hohen Entwicklungskompetenz benötige man ein entsprechendes Umsatzvolumen.
Management
Ola Källenius ist smart, er ist jung und er kommt überall gut an: Der Schwede gilt als Top-Kandidat für die Nachfolge von Daimler-Chef Dieter Zetsche. Der Vertriebschef für die Pkw-Sparte steigt zum 1. Januar 2015 in den Daimler-Vorstand auf. Seit dem abrupten Abgang von Produktionsvorstand Andreas Renschler ist dort noch ein Posten frei. Der 45-jährige Källenius ist weiterhin für den weltweiten Pkw- Vertrieb verantwortlich. Sein Vertrag läuft drei Jahre, in dieser Zeit kann er sich für Höheres profilieren. Källenius führte bei Mercedes die Strategie „Best Customer Experience“ ein. Darauf lässt sich 2015 aufbauen.
Albéric Chopelin hat seit November die Aufgabe, Synergien für Peugeot, Citroën und DS in Deutschland zu heben. Was hat sich PSA dabei gedacht, in Deutschland die ungeliebte Position des „Generaldirektors“ wieder einzuführen? Die drei Marken müssen damit enger denn je den Vorgaben aus dem fernen Paris folgen. Vor wenigen Tagen holte Chopelin den Niederländer Rick Hermanns (40) als Peugeot-Markenchef an Bord. Etliche Händler sind skeptisch, ob das erfolgsverwöhnte Duo im schwierigen deutschen Markt reüssieren wird.
Handel/Service
Sixt hat einen Lauf. Die Shareconomy spielt dem Geschäftsmodell des Autovermieters aus Pullach bei München in die Hände, und DriveNow, die gemeinsame Tochter mit BMW, expandiert und entwickelt sich prächtig. Sogar die schwachen Prognosen für den Neuwagenmarkt, die dem Handel Sorgenfalten bereiten, sind für Sixt eine gute Nachricht: Ist der Druck auf die Preise hoch, kann der Vermieter noch billiger einkaufen, als er es ohnehin schon tut. Und da bei Bahn und Lufthansa weitere Streiks ins Haus stehen, werden Sixt auch die Ideen für freche Werbung nicht ausgehen.
2014 war schon das dritte Minus-Jahr für den Reifenfachhandel in Folge. Und es ist zweifelhaft, ob es ihm gelingen wird, vom 2015 erwarteten leichten Aufwärtstrend des Reifengesamtmarkts zu profitieren. Die Markenwerkstätten erringen mit aggressivem Marketing Marktanteile, der Internethandel kostet weiterhin Absatz. Ganz zu schweigen vom Preisdruck. Und die Zusatzkosten durch Reifendruck- Kontrollsysteme stellen die Branche vor ein Dilemma: Weiterreichen und noch mehr preissensible Kunden verlieren oder selbst zahlen und noch mehr Marge verlieren?