Frankfurt/Main. Bei Triton freute man sich, weil drei Viertel der ausgegebenen Aktien aus dem Anteil des Investors stammten und er dadurch knapp 200 Millionen Euro einnahm. Stabilus konnte neben dem Imagegewinn 65 Millionen Euro aus den neu ausgegebenen Anteilsscheinen verbuchen. Auch im Nachhinein kann Stabilus dieses Ergebnis als echten Vertrauensbeweis der Anleger werten. Denn dass nicht jeder Automobilzulieferer an der Börse mit offenen Armen empfangen wird, zeigte sich einen knappen Monat später. Der chinesische Automobilzulieferer JJ Auto bot den Anlegern an den Börsen in Frankfurt und Warschau knapp 1,8 Millionen Aktien an. Nur gut 100.000 Stück für je 7,17 Euro wollten die Anleger in Frankfurt haben. Das Papier notierte zuletzt 18 Prozent unter dem Ausgabekurs. Beim Zulieferer Hella wurden Spekulationen über einen Börsengang jüngst entkräftet. Für das Wachstum als Familienunternehmen würden seit Jahren verschiedene Optionen geprüft, auch der eines Börsengangs. Geplant sei der Gang aufs Parkett aber nicht, hatte der persönlich haftende Gesellschafter Jürgen Behrend erklärt. Was macht einen Börsengang attraktiv? „Angesichts niedriger Zinsen auf der einen Seite und den Wachstumsaussichten der weltweiten Automobilindustrie sowie einem günstigen Börsenumfeld auf der anderen Seite steigt die Attraktivität für mögliche Börsengänge“, erläutert Investmentanalyst Frank Biller. Der Chef des Automotive Research der Landesbank Baden-Württemberg sagt weiter: „Seit Anfang 2013 hat sich das Bewertungsumfeld der Automobilzulieferunternehmen deutlich verbessert. Damit verbunden sind höhere erzielbare Preise.“
Wachstumsaussichten
Bulle und Bär ziehen die Automobilzulieferer an
Bildet Stabilus eine Ausnahme oder war der Börsengang des Automobilzulieferers das Signal für einen neuen Trend? Der Hersteller von Gasfedern und hydraulischen Dämpfern traf offenbar den Nerv der Anleger, als er Ende Mai an die Börse ging. Stabilus-Chef Dietmar Siemssen und Vertreter des Stabilus-Eigentümers Triton konnten bei der Erstnotierung an der Frankfurter Börse jubeln. Denn die Aktien waren den Anlegern für 21,50 Euro pro Stück zugeteilt worden, und es konnte nur ein Bruchteil der Nachfrage befriedigt werden. Bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe notierte das Stabilus-Papier rund 20 Prozent über dem Ausgabepreis.