Böblingen. Gleichzeitig mit der Neudefinition der Prozesse lösen die Böblinger die historisch gewachsene und sehr heterogene IT-Landschaft ab und ersetzen sie durch eine neue Plattform auf Basis der SAP-Verwaltungssoftware. Das Projekt, das im September 2012 begann, soll im Januar 2015 live gehen. 2016 soll die neue Prozess- und IT-Struktur weltweit umgesetzt sein. Im Jahr 2012 hatte das Unternehmen 789 Millionen Euro Umsatz geschrieben und einen Vorsteuergewinn von 40,2 Millionen Euro erzielt, was einer Marge von 5,1 Prozent entspricht. In den kommenden Jahren sollen die Erlöse auf über eine Milliarde Euro steigen und die Rendite vor Steuern ein zweistelliges Niveau erreichen. Getragen wird das Wachstum vom globalen Kapazitätsausbau der Autoindustrie. „Um vor allem in den Emerging Markets wettbewerbsfähig zu sein, muss man den lokalen Wertschöpfungsanteil steigern. Die jeweiligen Landesgesellschaften müssen einen größeren Anteil der Projektabwicklung erbringen. Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass wir die Zusammenarbeit im weltweiten Verbund effizient gestalten“, so Finanzvorstand Thomas Beck, der im Vorstand für das Projekt verantwortlich ist. Auch für die Kunden sollen sich Vorteile ergeben: Die Durchlaufzeiten werden kürzer und Eisenmann kann weltweit einheitliche Abwicklungsstandards bieten. „Wir befinden uns derzeit im Übergang von der Design- zur Build-Phase“, erklärt Projektleiter Reiner Burton. Als Partner hat Eisenmann IT-Dienstleister IBM ausgesucht, weil der US-Konzern weltweit aufgestellt ist und später auch das globale Applikation-Management sicherstellen soll. Insgesamt umfasst das Projekt die Definition von rund 270 Detailprozessen. Im Team arbeiten bis zu 150 Eisenmann-Mitarbeiter und bis zu 100 IBM-Berater. In Summe müssen weltweit über 30 Gesellschaften eingebunden und mehr als 1900 Mitarbeiter geschult werden. Künftig verfügt Eisenmann über eine SAP-Plattform und die Siemens-Engineeringlösung NX/ Teamcenter. „Das ermöglicht eine weltweit einheitliche Projektabwicklung und eine zentrale Datenhaltung. Wir können also rund um die Uhr am gleichen Auftrag arbeiten“, so Beck. Zudem erhöht sich die Transparenz in der Kalkulation und im Controlling durch globale Informationen in Echtzeit. Auch die Effizienz steigt: „Wir können mehr Aufträge mit der gleichen Mannschaft abwickeln“, so von Krauland.
Lackieranlagenbauer Eisenmann
25 Millionen für Prozesse und IT
Der Anlagenbauer Eisenmann investiert 25 Millionen Euro in eine schlankere Unternehmensorganisation inklusive einer weltweit einheitlichen IT-Plattform. „Wir wollen unsere Arbeitsabläufe effizienter gestalten und die globale Zusammenarbeit deutlich verbessern“, sagte Matthias von Krauland, Vorstandssprecher des Lackieranlagenherstellers, im Gespräch mit der Automobilwoche.