München. Im zweiten Moment allerdings relativiert sich die Ankündigung. Denn: Zu entspannt darf der Fahrer nicht sein. Er muss den Verkehr beobachten und schnell eingreifen können. „GM bringt mit dem Super Cruiser ein System auf den Markt, das deutsche Premiumhersteller in ähnlicher Form bereits anbieten“, sagte Wolfgang Bernhart von der Unternehmensberatung Roland Berger in einem Gespräch mit der Automobilwoche. „Diese Entwicklung ist nichts anderes als ein Zwischenschritt zum hoch- und vollautomatisierten Fahren. Alle großen Hersteller arbeiten daran – GM auch.“ Barras Begründung für die Einführung der Technologie war: „Wir machen das, weil die Kunden das so wollen.“ Auch wolle man helfen, den Verkehr sicherer zu machen. Technisch gesehen sind längst auch andere Hersteller in der Lage, Assistenten zu bauen, die das Fahren auf Langstrecken komplett übernehmen. „Die Hürden aber sind gesetzliche Vorgaben, die es noch nicht zulassen, längere Zeit die Hände vom Lenkrad oder die Augen von der Straße zu nehmen. Fahrassistenten erkennen das sofort und machen sich bemerkbar“, sagt Bernhart. In rund sechs Jahren, so schätzt er, werden die Hersteller einen neuen signifikanten Schritt wagen: Das hochautomatisierte Fahren wird 2020 kommen, bei dem sich der Fahrer zurücklehnen kann und nur noch dann eingreift, wenn das System es verlangt.
Cadillac
Nur ein Zwischenschritt
Im ersten Moment klang die Meldung von GM-Chefin Mary Barra wie ein Paukenschlag: Auf einer Konferenz in Detroit hatte sie verkündet, dass General Motors von 2017 an Cadillacs bauen will, die zeitweise selbstständig und ohne das Eingreifen des Fahrers am Verkehr teilnehmen können. Der GM-Fahrerassistent „Super Cruiser“ soll das Auto im Stau oder auf langen Autobahnfahrten bei korrekter Fahrbahnmarkierung und bis zu einer Geschwindigkeit von rund 110 Stundenkilometern steuern – der Fahrer soll sogar das Lenkrad loslassen können.