München. Die Autohersteller planen wegen des neuen Fälschungsverdachts beim ADAC nach Informationen der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» gemeinsam Konsequenzen. Wenn sich der Verdacht bestätigt, wollen die Hersteller demnach alle ADAC-Preise zurückgeben. Eine entsprechende Erklärung der Autokonzerne ist laut «FAZ» (Freitag) schon vorbereitet. Sie gelte für den Fall, dass der ADAC bei der Wahl zum «Lieblingsauto der Deutschen» nicht nur die Teilnehmerzahlen geschönt, sondern auch die Reihenfolge der Sieger manipuliert hat. Diesen Vorwurf hatte die Süddeutsche Zeitung am Donnerstagabend auf ihrer Website erhoben.
"Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, geben wir alle ,Gelben Engel' umgehend zurück", sagte BMW-SprecherKai Lichte der «Bild»-Zeitung. Beim Konkurrenten VW sieht man das genauso: "Wenn das stimmt, schicken wir dem ADAC eine ganze Wagenladung Preise zurück! Die sind jetzt schon angekratzt, dann sind sie ganz wertlos", sagte ein Sprecher der Zeitung.
Auch Daimler hat angekündigt, seine Preise zurückgeben zu wollen. «Wenn sich die Vorwürfe der Manipulation durch die Untersuchungen bestätigen, werden wir alle "Gelben Engel" definitiv zurückgeben», kündigte eine Sprecherin am Freitag in Stuttgart an und bestätigte einen Bericht der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung». «Die Preise hätten dann jeden Wert verloren.»
Der ADAC hat die Prüfungsgesellschaft Deloitte mit einer Untersuchung beauftragt. Die Ergebnisse werden Anfang nächster Woche erwartet. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer kritisierte den Club scharf:«Man wollte sich deutlich wichtiger machen als man ist, und da war man skrupellos», sagte er. (dpa/swi)