München. Der ZDK geht für 2014 von einem Gebrauchtwagenmarkt „auf dem Niveau von 2013“ aus. Dazu passt die Erwartungshaltung der im Auftrag des Verbands regelmäßig befragten Händler. Für das erste Quartal gehen gut 70,2 Prozent von einem gleichbleibenden oder saisonüblichen Geschäft aus. Ansgar Klein, der geschäftsführende Vorstand des Bundesverbands freier Kfz-Händler, ist ebenfalls optimistisch: „Wir glauben, dass sich 2014 der Markt weiter stabilisiert. Und noch etwas zulegt – insbesondere bei den Erträgen für die Händler.“ Die Preise auf dem Gebrauchtwagenmarkt würden voraussichtlich leicht steigen, erwartet er. „Ob das Volumen auch steigt, ist eher fraglich.“ Willi Diez, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA), geht davon aus, dass der Gebrauchtwagenmarkt analog zum Neuwagenmarkt zulegen wird. Preislich werde sich dagegen „nicht viel tun“, da der Wettbewerbsdruck hoch bleibe. Besonders gut werden seiner Ansicht nach Klein- und Kompaktwagen sowie kompakte SUVs laufen. Siegfried Trede, Leiter Fahrzeugbewertung bei der DAT, sieht ein „eher normales Autojahr“ mit sieben Millionen Besitzumschreibungen auf die Branche zukommen. Der Gebrauchtwagenmarkt werde sich auch im europäischen Ausland verbessern, sodass dorthin wieder mehr Gebrauchte „abfließen“. Dadurch dürften sich auch hierzulande die Preise stabilisieren. „Ausgenommen davon sind Fahrzeuge der oberen Mittelklasse und Oberklasse.“ Malte Krüger, Chef von Mobile.de, erwartet „ein positives Autojahr 2014“. Das entspreche einer aktuellen Umfrage unter Händlern, die auf der Plattform vertreten sind. Demnach rechnen 51,6 Prozent der Befragten mit gleichbleibenden oder sogar steigenden Umsätzen. Sinkende Umsätze erwarten für das laufende Jahr nur 15 Prozent der Mobile.de-Händler. Rund 33 Prozent machten keine Angaben. Für Alberto Sanz de Lama, Geschäftsführer von AutoScout¬24, hängt die Entwicklung „sehr stark von den Maßnahmen der Hersteller ab“, beispielsweise Sonderaktionen für Neuwagen, die starken Einfluss auf Volumen und Preise auf dem Gebrauchtmarkt hätten. „Sollten sich hier keine größeren Veränderungen ergeben, rechnen wir mit einem Markt, der etwas stabiler ist als 2013“, sagt Sanz de Lama. Konkret erwartet er etwa 6,9 Millionen Besitzumschreibungen und konstante bis leicht steigende Preise für Gebrauchte. Frank Brecht, Geschäftsführer der Hahn-Gruppe, geht von einem „stabilen Gebrauchtwagenmarkt mit einem leichten Zuwachs von rund 2,5 Prozent aus. Auch die Entwicklung der Restwerte wird wohl stabil bleiben“, glaubt er. Das Geschäftsfeld sei für die Gruppe wichtig, betont Brecht, deswegen investiere man in die Ausweitung und Modernisierung der Gebrauchtwagenplätze. Auch Burkhard Weller, geschäftsführender Gesellschafter der Wellergruppe, ist optimistisch: „Ich denke, wir sehen einem guten Gebrauchtwagenjahr entgegen“, sagt er. Für seine eigenen Betriebe erwartet er vier bis fünf Prozent mehr Absatz und eine Steigerung des Durchschnittsertrags um zehn Prozent.
Optimismus im Gebrauchtwagenmarkt
Für den Gebrauchtwagenhandel war 2013 ein gutes Jahr. Während die Neuzulassungen um 4,2 Prozent zurückgingen, legten die Besitzumschreibungen um 3,0 Prozent auf 7,09 Millionen zu – das vierte Plus in Folge. Doch wie geht es 2014 weiter? Die Automobilwoche zeichnet ein Stimmungsbild und hat Prognosen von Händlern, Dienstleistern und Experten eingeholt.