München. „Das ist ein großer Schritt hin zum autonomen Fahren“, sagte Torsten Lehmann, Leiter des Geschäftsbereichs ADAS & Infotainment bei NXP, im Gespräch mit der Automobilwoche. Mithilfe dieser Chips kann das Auto seine Position an andere Autos oder aber an vernetzte Infrastruktur wie Ampeln senden und auch empfangen. In Zukunft soll es möglich sein, noch mehr Daten mit der Umwelt über diese Schnittstelle auszutauschen. „Da es hier primär um die Sicherheit des Fahrzeugs und des Fahrers geht, war unser erstes Ziel eine Applikation, die Leben rettet und Unfälle vermeidet. Aber in Zukunft, wenn auch die Infrastruktur besser auf diese Vernetzung eingestellt ist, werden bestimmt auch Daten ausgetauscht werden, die über das Thema Sicherheit hinausgehen, um neue attraktive Dienste zu ermöglichen“, sagt Lehmann. NXP hat für die Massenproduktion dieser Roadlink-Chips einen Vertrag mit Delphi Automotive geschlossen. Der amerikanische Zulieferer integriert die Chipsätze in großem Stil in seine Systeme, die in die neuen Cadillacs von General Motors eingebaut werden. Vor einigen Wochen hatte GMChefin Mary Barra auf einer Konferenz in Detroit angekündigt, dass GM von 2017 an Cadillacs bauen will, die teilweise selbstständig fahren können. Jetzt ist klar: Möglich machen das die Chips von NXP.
Der Chip, der um die Ecke sieht
Um die Daten sicher zu transferieren, hat NXP hier die Technologie verwendet, die schon für das Kreditkarten-Bezahlsystem oder für die Übermittlung von Daten beim elektronischen Pass mit hohen Sicherheitsstandards entwickelt wurde. „Wir profitieren davon, dass wir im NXP-Konzern in Sachen Datensicherheit schon sehr gut aufgestellt sind und die Technologie jetzt einfach vom Security- in den Automotive-Geschäftsbereich übernehmen konnten“, sagt Lehmann. Durch die Massenproduktion erhofft sich NXP einen Startschuss, der die ganze Industrie rund um das autonome Fahren in Bewegung bringt. „Jetzt wird endlich nicht mehr nur von der Zukunft geredet, sondern man sieht, wir packen es an. Andere Hersteller werden jetzt bestimmt nachziehen und ihre Technologie für das vernetzte Fahren nicht mehr nur für Premiumfahrzeuge anbieten“, sagt der NXP-Manager. Doch damit die Kommunikation zwischen den Autos und der Umgebung klappt, fehlt es bisher noch an der passenden Technik. Lehmann sagt: „Es wird noch dauern, bis beispielsweise Ampeln mit Sensoren und Sendern ausgestattet sind. Aber wenn es so weit ist, könnten Geschwindigkeitsempfehlungen für einen Stadtbereich versendet werden, die, wenn man sich daran hält, einem die grüne Welle garantieren. Staus könnte man so größtenteils vermeiden.“