Für Audi-Chef Rupert Stadler ist die Sache klar: „Beim pilotierten Fahren ist technisch schon vieles machbar. Sobald der rechtliche Rahmen steht, schalten wir auf Autopilot“, sagte er im Interview mit der Automobilwoche. Das hört sich so an, als stünde Audi technisch in den Startlöchern, das „pilotierte Fahren“ Wirklichkeit werden zu lassen. Auch bei Daimler, BMW und Lexus wird mit Nachdruck daran geforscht. Dabei wurde das Roboterauto in den Entwicklungsstäben der auf Fahrdynamik getrimmten Premiummarken zunächst nicht mit offenen Armen empfangen. Die „Freude am Fahren“ einem Computer zu überlassen, das kam den autobegeisterten Entwicklungschefs wie eine Vertreibung aus dem Paradies vor. Ob die Kunden so etwas wollen? Die Antwort lautet wie so oft: Das kommt darauf an. In enge Parklücken zu zirkeln, das können Autos heute schon, bald auch ohne Fahrer am Steuer. Da Einparken nicht gerade zu den Vergnügungen beim Autofahren gehört, nutzen viele Kunden diese Annehmlichkeit bereits.
Künftig können Autos autonom ins Parkhaus fahren und sich dort einen Parkplatz suchen, während der Fahrer schon durch die City bummelt. Auch im Stop-andgo- Verkehr dürften viele gerne Gas, Bremse und Lenkrad dem digitalen Chauffeur überlassen. Wenn dieser einst ohne das Eingreifen eines Menschen von München nach Stuttgart fährt und dem Fahrer die Bearbeitung von Mails und die Vorbereitung auf Gespräche ermöglicht, dürfte das autonome Fahren schnell zum Massenphänomen werden. Eine weitere, in der alternden Gesellschaft bedeutende Anwendung: Ältere Autofahrer, die sich im Straßenverkehr nicht mehr sicher fühlen und für sich und andere zur Gefahr werden, können durch das autonome Auto mobil bleiben. Fazit: Endlich kann das Auto zeigen, wie intelligent es wirklich ist – wenn der Gesetzgeber es zulässt. Übrigens: Autonomes Fahren ist eines der Kernthemen bei der Automobilwoche Konferenz am 15. Mai in München. Einer der Hauptredner ist Entwicklungschef Ulrich Hackenberg, der Mann, der bei Audi schon bald auf Autopilot schaltet.