München. Hartmut Röhl, Präsident des Gesamtverbands Autoteile-Handel (GVA), ist etwas optimistischer. Viele GVA-Mitglieder verkaufen auch Werkstattausrüstung. Im Schnitt macht sie 15 bis 20 Prozent ihres Umsatzes aus. Doch während ASA-Mitglieder Marken- und freie Werkstätten gleichermaßen beliefern, sind beim GVA überwiegend freie Betriebe Kunden. Das Geschäft habe sich im laufenden Jahr „gut entwickelt“, sagt Röhl. „Die Automechanika hat einen leichten Umsatzschub gegeben.“ Der Bereich Werkstattausrüstung habe sich besser entwickelt als das Gesamtgeschäft der GVA-Mitglieder, bei dem Röhl „selbst ein möglicherweise mageres Wachstum“ als Erfolg sähe. Röhl verzeichnet zumindest einen gestiegenen Bedarf an Diagnosegeräten, weil vermehrt Euro- 5-Fahrzeuge in freien Werkstätten gewartet werden. Zudem habe das Reifendruckkontrollsystem (RDKS) zu einem Schub geführt, der über die Anschaffung der dafür zwingend notwendigen Geräte hinausging. „Viele Betriebe haben bei der Gelegenheit feststellen müssen: ‚Mein Montagegerät ist auch nicht mehr das jüngste.‘ Dann wurde oft der ganze Bereich Reifenservice erneuert“, sagt Röhl. „Da sind die Reifenmontagemeister statusbewusst.“ Dass der aktuelle Schub wegen Vorzieheffekten später eine Delle nach sich ziehen könnte, schließt Röhl nicht aus. Sorgen macht ihm das aber nicht. Burger hingegen sieht bei den ASA-Mitgliedern keinen Schub durch die RDKS-Einführung. „Da hatten die Betriebe ihre Hausaufgaben schon gemacht.“ Zudem gehe es dabei auch nur um ein eher kleines Marktsegment. Nach Zahlen der Beratung Leo- Impact macht der Bereich Räder und Reifen in den wichtigsten europäischen Märkten knapp 14 Prozent des Volumens im Geschäft mit Werkstattausrüstung aus. Deutlich wichtiger sind die Hebetechnik mit knapp 40 und die Diagnose mit knapp 25 Prozent. Kleineren Anteil haben Bremsprüfstände mit acht, Abgasprüfung mit gut sieben und Klimaservice mit knapp sieben Prozent. Für das kommende Jahr ist Burger optimistisch. „Ich gehe davon aus, dass es eine kleine Erholung geben wird“, sagt er. Das gelte für Deutschland, aber auch weltweit. Dabei profitieren die Ausrüster auch von gesetzlichen Vorgaben. So müssen Scheinwerfereinstellgeräte bis 2017 und Bremsenprüfstände bis zum Jahreswechsel 2019/2020 erneuert werden. Auch bei Diagnosegeräten sei Wachstum möglich, im Gegensatz zur Hebe- und Prüftechnik, wo das Geschäft eher stagnieren dürfte. Auch Röhl ist zuversichtlich für 2015. „Alle Fakten sprechen für eine positive Entwicklung“, sagt er. „Der Werkstattausrüstungsmarkt wird in den kommenden Jahren zunehmen“, schließlich wachsen die Anforderungen. „Die Werkstätten müssen investieren, wenn sie zukunftsfähig sein wollen.“ Auch wenn der Markt schwierig ist: Ein bisschen was geht immer.
Wachstumsbereiche
Ein bisschen was geht immer
Die deutschen Anbieter von Hebebühnen und Diagnosegeräten leiden unter der durchwachsenen Wirtschaftslage und politischen Krisen in Russland und dem Nahen Osten. Ihre Hoffnungen ruhen nun auf Besserung im nächsten Jahr, wenn gesetzliche Vorgaben eine Auffrischung des oftmals alten Geräteparks der Servicebetriebe forcieren. „Im Sommer war die Konjunktur in der Werkstattausrüstung sehr schlecht“, sagt Klaus Burger, der Präsident des Werkstattausrüster- Verbands ASA. „Da war eine große Zurückhaltung zu spüren.“ Mancher Kunde wollte erst die Leitmesse Automechanika abwarten, bevor er die nächste Großbestellung aufgibt. Nach der Messe habe sich die Nachfrage etwas gebessert, sagt Burger. Für das Gesamtjahr geht er in Deutschland nur von einer Entwicklung auf dem Niveau des Vorjahrs aus. Wachstum? Fehlanzeige.