Stuttgart. Design ist markenprägend und kaufentscheidend. Es soll Emotionen freisetzen, Begehrlichkeit wecken und im Fall von Mercedes Historie und Authentizität mit Kultiviertheit und modernem Luxus verbinden. Die aggressive Fahrzeugfront gehört der Vergangenheit an. „Ich möchte nicht, dass ein Mercedes schreit“, sagt Wagener. Auch innen nicht. Hier sollen Hightech und Handwerk harmonieren, wie am Beispiel der S-Klasse bereits abzulesen ist: Offenporiges Holz, gebürstetes Metall und Doppelnähte im Leder neben dem größten digitalen TFT-Display der Autobranche. Im Außendesign soll sich zwar die Zugehörigkeit zu einer Familie ausdrücken, gleichzeitig aber jede Baureihe ihren Charakter behalten. Auch Modelle mit alternativem Antrieb erhalten kein gesondertes Design. Selbst für besonders finanzstarke Märkte will Wagener keine Ausnahme machen: „Wir werden kein Auto für den chinesischen oder russischen Geschmack designen. Oligarchischen Luxus wird es unter mir nicht geben.“
Design
Ich möchte nicht, dass ein Mercedes schreit
Sicken, Wülste, Kanten. Gorden Wagener, seit 2008 Design-Direktor bei Mercedes, musste anfangs Kritik einstecken. Mercedes fehle die klare Linie, hieß es. Mittlerweile hat sich das Blatt gewendet. S- und C-Klasse sind ein großer Wurf, verkörpern laut Wagener „sinnliche Klarheit“, die sich zukünftig auf nahezu alle Baureihen – mit Ausnahme des G-Modells – ausbreiten soll. „Wo andere Kanten setzen, modellieren wir die Fläche“, sagt der 45-Jährige.