München. Demnach hat fast jedes vierte Unternehmen der Automobilindustrie seinen Sitz in Nordrhein- Westfalen – aber gut 36 Prozent des Branchenumsatzes entfallen auf Baden-Württemberg. Im Umsatzranking kommt NRW nur auf gut neun Prozent. Baden- Württemberg, Niedersachsen (25,6 Prozent) und Bayern (21,2 Prozent) erwirtschaften zusammen rund 83 Prozent des Branchenumsatzes. Hessen liegt mit 3,4 Prozent auf Platz fünf, alle anderen Bundesländer tragen zusammen 4,3 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Dass die Branche von den großen Firmen bestimmt wird, zeigt eine weitere Zahl: Zwei Prozent der Unternehmen erzielen 89,2 Prozent des Umsatzes. Im Durchschnitt sind die Unternehmen der Branche deutlich größer als im Mittel der Gesamtwirtschaft. Rund 45 Prozent der Unternehmen der Automobilbranche kommen auf zehn bis 500 Mitarbeiter. In der Gesamtwirtschaft fallen nur knapp acht Prozent in diese Klasse. Das spiegelt sich auch in den Umsätzen wider: Gut 56 Prozent der Unternehmen der Automobilindustrie erwirtschaften mehr als eine Million Euro Umsatz, in der Gesamtwirtschaft trifft das nur Auf 21 Prozent der Firmen zu. Die Quote der Hersteller und Zulieferer, die sich zu mehr als 50 Prozent in den Händen einer Muttergesellschaft befinden, liegt in der Automobilindustrie dem Report zufolge bei etwa 29 Prozent. Bei jedem fünften dieser Unternehmen sitzt die Mutter nicht in Deutschland. An der Spitze liegen mit 21,8 Prozent US-amerikanische Muttergesellschaften. Die Schweiz (10,0 Prozent), England (8,7), Niederlande (7,7) und Frankreich (6,3) komplettieren die Liste fünf größten ausländischen Eigentümernationen. Mit Japan (5,5 Prozent) findet sich nur ein asiatisches Land unter den Top Ten. Den Ruf, die Autobranche habe eine schlechte Zahlungsmoral, bestätigt der Report. Die Quote der pünktlichen Zahler sank im Verlauf des Jahres 2013 in der Automobilindustrie von 86,3 auf 83,9 Prozent und lag stets rund fünf Prozentpunkte unter der Gesamtwirtschaft. Am schlechtesten war die Zahlungsmoral bei Unternehmen mit mehr als 2500 Mitarbeitern. Dort zahlten nur 73,6 Prozent korrekt. Bei den Firmen bis 250 Mitarbeiter waren es immerhin noch etwa 88 bis 89 Prozent. Dennoch zeigt der Report eine weit überdurchschnittliche Bonität der Branche. In die Bonitätsklasse 1 fallen rund 15 Prozent der Firmen – dreimal so viele wie in der Gesamtwirtschaft. 85,4 Prozent der Automobilhersteller und -zulieferer weisen eine gute (Klasse 2) oder sehr gute Bonität auf.
Weniger Unternehmensgründungen
Die Autobranche durchleuchtet
Seit der Wirtschaftskrise hat die Zahl der jährlichen Unternehmensgründungen in der deutschen Automobilindustrie drastisch abgenommen. Nach dem Spitzenjahr 2008 mit 466 Gründungen sank die Zahl bis 2013 kontinuierlich auf 275. Zu diesen Ergebnissen kommt der Wirtschaftsinformationsdienstleister Bisnode in einem Report, der die Struktur der deutschen Automobilindustrie untersucht, wofür Daten von rund 12.000 Unternehmen ausgewertet wurden.