Palma de Mallorca. Noch bevor Mercedes sein Modellportfolio der MFA-Baureihe (Mercedes Frontantriebs Architektur) mit dem fünften Derivat, dem CLA Shooting Brake, im kommenden Frühjahr abschließt, schickt der Stuttgarter Autobauer bereits seine überarbeitete B-Klasse (W 246) an den Start – gut drei Jahre nach Markteinführung. Äußerlich ist das renovierte Modell in erster Linie an den „Augenbrauen“ über den neuen Scheinwerfern zu erkennen. Ans Blech gingen die Designer ihrem Kompaktvan jedoch nicht. Diese Maßnahme hätte zu hohe Investitionen im Werkzeugbau gefordert. So wurden neben den Scheinwerfern lediglich Anbauteile wie Front- und Heckstoßfänger, Seitenschweller, Grill und Rückleuchten erneuert. Auch innen erfolgten die Änderungen behutsam. Die Instrumente erhielten ein neues Schriftbild im Chronographen-Look. Chrom-Applikationen und einige metallisch wirkende Schalter sowie teils neue Materialien sollen den Premium-Anspruch des Herstellers untermauern. Preislich startet die B-Klasse knapp oberhalb von 27.000 Euro.
Deutlich tiefer gestalteten sich die technischen Änderungen. Neben fünf Diesel- und fünf Benzinmotoren in einem Leistungsspektrum von 90 bis 211 PS bietet Mercedes für die B-Klasse nicht nur eine Erdgasvariante an, sondern auch erstmals einen Elektroantrieb. „Kein anderes Modell in der Kompaktklasse bietet eine ähnliche Vielfalt an Antriebsvarianten“, sagt Entwicklungsleiter Dirk Streichert. Sämtliche Modelle sind in Deutschland ab dem 29. November verfügbar. In Europa beginnt die Markteinführung am 28. Februar 2015. Gegenüber dem aktuellen Modell änderte Mercedes auch die Ausstattungslinien. Statt zwei gibt es jetzt drei (Style, Urban und AMG-Line). Die Elektroversion erhält ihre eigene Linie (Electric Art Line). Blaue Außenspiegel und blaue Grillelemente sollen den Stromer optisch differenzieren. Alle Motorisierungen fahren erneut ab Werk mit dem radargestützten Aufprallwarner. Dieser wurde jedoch um eine autonome Vollbremsung erweitert. „Bis 40 km/h schaffen wir es noch, rechtzeitig zum Stehen zu kommen“, sagt Frank-Werner Mohn, Entwicklung Aktive Sicherheit & Assistenzsysteme. So sollen laut Mercedes Unfallforschung künftig 28 Prozent der Auffahrunfälle mit der B-Klasse vermieden werden.Der Kompaktvan gilt intern als äußerst erfolgreich und fuhr in Deutschland teils an der Spitze seines Segments. Schon die erste Generation (2005 bis 2011) fand mehr als 700.000 Kunden. Die zweite Generation verkaufte sich bislang 380.000 Mal. Die Hauptmärkte sind Europa und China. Nach USA verkauft Mercedes den kompakten Van nicht. Einzige Ausnahme bildet hier die Elektrik-Variante. Sie surrt seit Sommer über die US-Highways.Mercedes-Benz
Drei Jahre nach dem Marktstart kommt das Facelift
Der Stuttgarter Autobauer hat seine B-Klasse überarbeitet - noch bevor die Modellfamilie überhaupt komplettiert wurde. Vor allem im Fahrzeuginneren gibt es zahlreiche Neuerungen.