Braunschweig. Schneller fahren als erlaubt sei manchmal einfach sicherer, hieß es jüngst vom Google- Konzern. Damit rechtfertigt der Internet-Riese aus dem Silicon Valley, dass das autonome Google Car hin und wieder Temposünden begeht.
Das fahrerlose Auto wurde so programmiert, dass es bis zu zehn Meilen pro Stunde (16 km/h) schneller fahren kann, als es die Geschwindigkeitsbegrenzung vorsieht. Eher beiläufig erwähnte der Google-Car-Entwickler und Software-Ingenieur Dmitri Dolgov in einem Interview mit der Agentur Reuters, dass das Google-Auto meist doch die Geschwindigkeitslimits einhält.
Sobald aber die Sensorik erkennt, dass auch die Fahrzeuge in unmittelbarer Nähe schneller fahren, als es das Geschwindigkeitslimit vorsieht, zieht auch das Google Car mit. Der Grund: Es soll nicht zur Gefahr für die anderen Verkehrsteilnehmer werden, die das Google Car schneller fahren kann als erlaubt, sind wahrscheinlich ein grober Richtwert aus all den Daten, die Google in den vergangenen Jahren über das Fahrverhalten im Stadtverkehr gesammelt hat“, sagt Andreas Reschka von der TU Braunschweig.
Er ist Teil der Forschungsgruppe „Stadtpilot“, die mit einem eigens umgebauten autonom fahrenden VW Passat seit 2010 im Braunschweiger Stadtverkehr unterwegs ist. „Wir haben auch die Erfahrung gemacht, dass wir ständig bei 50 km/h in der Stadt überholt werden und fühlen uns dann eher als Hindernis denn als Teil des Verkehrsflusses. Trotzdem sind wir keine Temposünder und lassen das Auto nicht unerlaubt zu schnell fahren.“