München. Der mit Mild-Hybrid-Technik und anderen Technologien aufgerüstete Ford Focus EcoBoost mit Dreizylinder-Ottomotor und einem Liter Hubraum unterschreitet mit 94,5 Gramm CO2 pro Kilometer die magische Grenze. Das Serienfahrzeug stößt im Testzyklus 114 Gramm aus, also 19,5 Gramm mehr. Durch die motorischen Maßnahmen wie veränderte Motorsteuerung und Einspritzdüsen verbessert sich zudem der Schadstoffausstoß von Euro 5 auf Euro 6c. Gutzmer spricht von einer „wirtschaftlich vertretbaren Lösung“ auf Basis verfügbarer Technologien. Er erwartet, dass sich die akzeptierten Kosten für die CO2- Reduktion bei etwa 50 Euro pro Gramm einpendeln werden. Den größten Teil der CO2-Reduzierung, sieben der 17 Prozent, trägt Continentals 48-Volt-Eco- Drive-System bei. Der Starter- Generator liefert 14 Kilowatt Leistung und 135 Newtonmeter Drehmoment zur Unterstützung des Verbrenners. Der kann effizienter betrieben werden, früheres Schalten wird möglich und die Beschleunigung besser. Die Batterie ist auf Langlebigkeit ausgelegt. Um mehrere Millionen Ladezyklen zu erreichen, werden nur 20 bis 30 Prozent ihrer Kapazität von 460 Wattstunden genutzt, und zwar der Bereich von etwa 40 bis 70 Prozent der Vollladung. Geladen wird die Batterie aus dem Joint Venture von Continental und SK Innovation durch Rekuperation beim Bremsen. Ein Thermomanagement-System von Schaeffler sorgt unter anderem dafür, dass der Motor beim Kaltstart vom Kühlkreislauf abgekoppelt und so deutlich schneller warm wird. Eine elektrische Kupplung ist erforderlich, um auch mit dem vorhandenen Schaltgetriebe das „Segeln“ zu ermöglichen: Beim Ausrollen wird der Motor ausgekuppelt und abgeschaltet. Er verbraucht dann keinen Sprit und bremst das Fahrzeug nicht. Die Bewegungsenergie des Fahrzeugs kann daher per Rekuperation in Strom gewandelt werden. Die Einsparung durch das Segeln ist nicht beim CO2- Ausstoß von 94,5 Gramm pro Kilometer berücksichtigt, weil es nicht den Regeln entspricht.
„Segeln“ als Öko-Innovation
Im Alltag soll das Segeln mehr als zehn Gramm zusätzliche CO2- Einsparung bringen. Continental und Schaeffler gehen aber davon aus, dass es als „Öko-Innovation“ anerkannt wird, die mit einem Teil der Einsparung in den Normverbrauch eingerechnet werden darf. Gutzmer sieht beim GTC noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht: „Wenn wir mit dem 48-Volt-System elektrische Motorleistungen von 18 bis 20 Kilowatt realisieren können, kann man noch eine Menge erreichen – und wir haben dazu noch einiges in der Pipeline.“