Köln. Dahinter steckt offenbar der Vermittler MeinAuto.de, der als Reaktion auf Fords Vorstoß sein Vorgehen bei der Marke geändert hat, wie Geschäftsführer Alexander Bugge sagt. Sucht ein Kunde bei MeinAuto.de einen Wagen, bitte der Vermittler nun viele Ford-Händler um ein Angebot für den Interessenten. Bislang habe man sich nur an wenige gewandt. Mit der Änderung wolle man verdeutlichen, dass MeinAuto. de vermittle und nicht der Ford-Händler ein Angebot ins Netz stellt, sagt Bugge. Ein wichtiges Detail. Um den Präsenzhandelsbonus zu bekommen, müssen Händler auf anonyme Angebote im Netz verzichten. Er war deswegen bisher als Schritt gegen die Internet-Neuwagenportale interpretiert worden. Auch Bugge sieht das Konzept gegen seine Branche gerichtet, sagt aber: „Wir gehen fest davon aus, dass ein Händler, der auf unsere Anfrage hin ein Angebot macht, die Bedingungen des Präsenzhandelsbonus nicht verletzt.“ Für die Händler geht es um viel. Ein Verstoß könnte den Verlust von drei Prozent Marge auf alle Ford-Neuwagen bedeuten. Reichstein und die befragten Händler erwarten, dass kaum ein Kollege dieses Risiko eingehen und anonym Fahrzeuge anbieten wird. Auch Bugge sagt, dass einige Händler vorsichtig geworden seien. Ihm zufolge haben seit der Umstellung aber 100 Ford-Händler auf die Anfragen von MeinAuto. de hin Angebote abgegeben. Das seien weit mehr als zuvor. Wie Ford mittelfristig reagieren wird, ist noch offen. Die Händler seien noch dabei, sich mit den Regelungen des Präsenzhandelsbonus vertraut zu machen, erklärte das Unternehmen. „Aus diesem Grund sprechen wir zurzeit keine Verwarnungen aus“, hieß es von Ford. Zum Vorgehen von Mein- Auto.de äußerte sich Ford zunächst nicht direkt.
MeinAuto.de
Präsenzhandelsbonus unterlaufen
Fords „Internet-Präsenzhandelsbonus“ ist erst seit dem 1. Oktober in Kraft und zeigt bereits Wirkung – allerdings nicht im Sinne des Herstellers. Mehrere Händler der Marke sagten der Automobilwoche, sie bekämen seither in großem Umfang Anfragen von Internetvermittlern. Auch der Präsident des Ford-Partner-Verbands Volker Reichstein bestätigt dies.