Paris. Wie gut der Zwitter vom Markt aufgenommen wird, ist ungewiss. Der Golf GTE mit einem bis auf die Software identischen Plug-in- Antrieb ist erst seit wenigen Wochen auf dem Markt. Absatzerwartungen werden derzeit auch auf Nachfrage nicht genannt. Auch was den Verkauf der rein elektrisch angetriebenen Fahrzeuge E-Up und E-Golf betrifft, gibt sich Volkswagen zugeknöpft. Zum Jahresende 2014 wolle man eine erste Zwischenbilanz der Elektromobilitätsoffensive ziehen, verspricht Andreas Lassota, bei Volkswagen für Vertrieb und Marketing der E-Fahrzeuge verantwortlich. Über die Elektrovariante des Kleinwagens Up, die seit Ende 2013 auf dem Markt ist, sagt Lassota immerhin: „Wir sind positiv überrascht von dem Volumen, das der E-Up im Moment macht. In einigen Märkten wie Norwegen kommt er sehr gut an.“ Allerdings gewährt der norwegische Staat den Käufern von Elektrofahrzeugen erhebliche Subventionen: Sie müssen die Mehrwertsteuer in Höhe von 25 Prozent nicht bezahlen und können öffentliche Ladensäulen kostenlos benutzen. Nach Meinung von Lassota ist allein der materielle Anreiz aber nicht entscheidend: „Am meisten motiviert die Tatsache, dass man mit einem E-Fahrzeug die Busspur nutzen darf und morgens auf dem Weg in die Innenstadt von Oslo ein halbe Stunde Zeit spart.“ Ähnliche Vergünstigungen sieht ein Gesetzentwurf vor, den die Bundesregierung im September verabschiedet hat. Sofern der Bundestag erwartungsgemäß zustimmt, erhalten Kommunen ab dem 1. März 2015 das Recht, Ausnahmen von der Straßenverkehrsordnung zuzulassen. Beispielsweise könnten dann öffentliche Parkflächen für E-Fahrzeuge reserviert werden. Einen direkten Kaufzuschuss sieht Lassota nicht als Voraussetzung dafür, den Absatz von Elektroautos zu steigern. Infrage käme jedoch, die Speicherkapazitäten von Elektroautos zu bezuschussen. „Ein Fahrzeug, das den Strom von der Solaranlage auf dem Dach in der Batterie puffert, wäre ja auch nichts anderes als ein Energiespeicher. Es könnte spannend sein, nicht die Automobilindustrie, sondern den Energiewandel zu fördern.“ Konkrete Zahlen zum Absatz der optional mit den Elektroautos vermittelten Ökostrom-Verträge bleibt Wolfsburg vorerst ebenfalls schuldig. Lassota bestätigt jedoch, dass die Anzahl der Stromverträge deutlich niedriger ist als die der verkauften Fahrzeuge. „Die Kunden, die momentan Elektromobilität nachfragen, sind überwiegend einen Schritt voraus. Viele haben schon eine Solaranlage auf dem Dach und längst einen Ökostrom- Vertrag abgeschlossen, weil sie das Thema bewegt.“ An der Zusammenarbeit mit dem Ökostrom- Anbieter Lichtblick, die auf dem Gebiet der dezentralen Kraft-Wärme- Kopplung aufgekündigt wurde, will VW aber festhalten.
Volkswagen-Vertrieb
Vier Modelle, aber keine Zahlen
Beim Schaulaufen der Markenvorstände des VW-Konzerns am Vorabend wichtiger Automessen bevorzugt Heinz-Jakob Neußer, Entwicklungsvorstand der Kernmarke Volkswagen, mittlerweile den leisen Auftritt. Stolz präsentierte er in den vergangenen Jahren ein Auto mit elektrischem Antrieb nach dem anderen – so ist es auch für den Pariser Salon geplant, wo der neue Passat seine Premiere feiert. Unter zehn Motorvarianten will Neußer den GTE wählen, hinter dem sich ein Plug-in-Hybridantrieb verbirgt. Elektrische Reichweite: 50 Kilometer. Anschließend sorgt der 1,4-Liter-Benzinmotor für Vortrieb, bei sparsamer Fahrweise über bis zu 950 Kilometer.