München. Doch der koreanische Hersteller Hyundai, der mit VW um den zweiten Platz im Markt kämpft, will Škoda den Heimvorteil streitig machen. Wenn in tschechischen Medien aufgeregt über den Automarkt berichtet wird, steckt meistens Hyundai dahinter. Vladimír Vošický, Geschäftsführer der Vertriebsniederlassung Hyundai Motor Czech, sorgt immer wieder für Polarisierung. So kritisierte Vošický wiederholt heftig die vom tschechischen Importeursverband veröffentlichte Zulassungsstatistik, weil diese auch die Re-Exporte berücksichtigt und damit die reale Marktlage verfälsche. Der tatsächliche Hyundai- Marktanteil sei höher als die offiziell ausgewiesene Zahl, so die Argumentation von Hyundai. Hyundai selbst beziffert den eigenen Marktanteil auf rund elf Prozent. Vošický sieht die Zukunft optimistisch. „Unsere mittelfristige Ambition ist ein Marktanteil von 15 Prozent, und wir können uns auch 20 Prozent vorstellen“, sagte er vor Kurzem dem Internetportal Aktuálne.cz. Unter dem Motto „Hyundai scheut den Vergleich nicht“ hatten einige Hyundai-Händler im vergangenen Herbst Škoda- Modelle vor ihren Schauräumen geparkt, damit die Kunden einen direkten Vergleich haben. Diese Werbeaktion sorgte für aufgeregte Diskussionen in Internetforen. Die Koreaner weisen auch immer wieder gerne auf ihr Autowerk im Nordosten Tschechiens hin und sprechen in diesem Fall von tschechischen Autos, was bei einigen Škoda-Anhängern für heftige Proteste sorgt.
Duell um Krone in Tschechien
Nach der Diskussion um die Glaubwürdigkeit der tschechischen Marktdaten hat nun die Agentur Médea Research eine Statistik veröffentlicht, die um Autos bereinigt wurde, die nach weniger als 90 Tagen abgemeldet wurden. Während der Importeursverband für die ersten sieben Monate 111.758 Autos ausweist, sind laut Médea Research nur 97.803 Fahrzeuge im Land geblieben. Auch bei Médea Research führt Lokalmatador Škoda den Markt an. Die Kunden haben 32.651 neue Škoda bekommen, weniger als 1500 Autos sind nach der Erstzulassung ins Ausland gegangen. Doch auf Rang zwei gibt es einen Wechsel. Während weniger als 100 Autos von Hyundai nach kurzer Zeit das Land verließen, waren es bei VW rund 2000 Einheiten. Damit sind die Koreaner mit 10.350 Autos klare Nummer zwei vor VW (8505). Besonders häufig waren die Re-Exporte bei Seat, wo rund zwei Drittel aller neu zugelassenen Autos nach 90 Tagen nicht mehr in Tschechien registriert waren.