Heilbronn. Bislang hielt sich ZDK-Präsidentschaftskandidat Jürgen Karpinski mit Ankündigungen für die Zeit nach seiner zu erwartenden Wahl als Nachfolger von Robert Rademacher weitestgehend zurück. Bei seiner Bewerbungsrede vor der Delegiertenversammlung des baden-württembergischen Kfz-Gewerbes – sechs Wochen vor der Wahl – musste er nun allerdings ein Stück weit Farbe bekennen. Dabei sprach er sich dafür aus, insbesondere den Handel in der Verbandsarbeit zu stärken.
Zwar betonte der 64-Jährige, er fühle sich dem Handwerk genauso verpflichtet wie dem Handel. Doch sei er „zutiefst davon überzeugt“, dass es schon deshalb notwendig sei, den Handel „massiv“ zu stärken, weil dieser für seine Aufgabe weit mehr investieren müsse. Eine Stärkung des Handels setze voraus, dass Markenverbände und Hersteller einen „stärkeren Schulterschluss“ praktizieren, sagte Karpinski. Ganz allgemein betonte er die Wichtigkeit der Einheit im Verband. Diese aufzugeben, hieße „das Kfz-Gewerbe entscheidend zu schwächen“.
Gleichzeitig könne man aber auch nicht die Augen davor verschließen, dass der Wettbewerb zwischen den Mitgliedsunternehmen des Verbands immer schärfer werde. In einem gesättigten Markt herrsche nun mal ein „brutaler Verdrängungswettbewerb“. Er werde „dafür eintreten, dass die gemeinsamen Interessen eindeutig herausgestellt werden“, sagte Karpinski offenbar im Hinblick auf die Diskussion, ob der ZDK die Interessen von freien und Markenbetrieben vertreten könne.
Vermeintlich Trennendes will er unter anderem durch eine „schärfere, klarere Kommunikation auflösen“. Er räumte zudem ein, dass man „sicherlich auch Selbstreinigungsprozesse“ zu besprechen habe. Handlungsbedarf sieht Karpinski beim Lichttest. Durch neue Technologien sei der Aufwand so gestiegen, dass man das nicht mehr gratis machen könne. Hier brauche man ein schnelles Update.