München. Michael Kotzbauer, Bereichsvorstand Großkunden der Commerzbank, sieht die Herausforderungen eher im Bereich der Laufzeiten ab sieben oder zehn Jahren, lässt aber durchblicken, dass die Geschäftsbanken hier infolge der Regulierung künftig schärfere Kriterien anlegen könnten. Zum einen müssen Banken den Krediten mehr Eigenkapital entgegensetzen. Zum anderen müssen langfristigen Krediten auch langfristige Einlagen gegenüberstehen. Bräunig betonte, der VDA arbeite mit den Banken daran, für diesen Bereich Lösungen zu finden. Man führe eine „Vorsorgedebatte“. Einen Ansatz sehen Kotzbauer und Bräunig darin, verstärkt Mittel von Förderbanken wie der KfW in die Finanzierungskonzepte der Geschäftsbanken einzubinden. Dass aktuell noch kein Druck zu verspüren ist, dürfte auch daran liegen, dass sich die Automobilindustrie „seit der Krise ein Stück unabhängiger von den Banken gemacht hat“, wie Bräunig unter Hinweis auf die gestiegenen Eigenkapitalquoten sagt. Auch Kotzbauer sieht bei den Zulieferern „eine sehr hohe Liquidität, die jetzt auch für Investitionen eingesetzt wird“.
Zulieferer suchen Ansätze für Langfristfinanzierung
Kosten der Expansion
Den deutschen Automobilzulieferern sagt die Commerzbank in einem aktuellen Branchenbericht anhaltenden Aufwind voraus. Da fast 80 Prozent des bis 2020 erwarteten Wachstums beim Kfz-Absatz auf Emerging Markets entfalle, sei mit den positiven Perspektiven aber auch der Druck zur Internationalisierung verbunden. Für diese Expansion benötigen die Zulieferer Kredite mit teilweise langer Laufzeit. Hier allerdings tut sich möglicherweise ein Problem auf. Darauf wies Klaus Bräunig, beim VDA für Zulieferer zuständiger Geschäftsführer, bei der Vorstellung des Berichts hin. Es herrsche zwar keine Kreditklemme, aber bei mittelständischen Zulieferern gebe es die Sorge, dass sich die Banken wegen der Regulierung künftig „schwerer tun, länger als fünf Jahre einen Kredit für Investitionen“ zu geben.