Namyang. Gestern ein gesichtsloser Nobody, heute Seriensieger bei den renommiertesten Designpreisen – kaum eine Marke hat ihr Aussehen in den vergangenen Jahren so stark gewandelt wie Kia. „Seit der Verpflichtung von Peter Schreyer als Designchef gehört das Styling zu einer der Kardinaltugenden unserer Marke“, sagt Kias Auslandschef Thomas Oh. Und der Imagewandel geht weiter: Kia eröffnet jetzt im Entwicklungszentrum Namyang nach zwei Jahren Bauzeit ein Designstudio.
Auf fast 20.000 Quadratmetern wird dort an den Modellen von morgen gezeichnet. Es gibt einen lichtdurchfluteten Innenhof und einen Präsentationsraum, in dem man Lichtstimmungen erzeugen kann. Während die Ingenieure in den Bürogebäuden nebenan fast kaserniert sind, erinnert das Studio eher an ein Sterne-Hotel.Dabei zeugt das neue Gebäude auch von einer Trendverschiebung beim Design: handwerklich, weil die digitale Präsentationstechnik ähnlich viel Raum einnimmt wie die Modell-Manufaktur. Und inhaltlich, weil der Bereich für das digitale Design der Bildschirmanzeigen so groß ist wie das herkömmliche Studio.
Kia muss sich zwar den Designchef mit Hyundai teilen, seit Schreyer im Vorstand des Gesamtkonzerns sitzt. Doch Produktstratege Spencer Cho macht deutlich, welche die schönere Schwester ist: „Nicht umsonst hat Kia ein neues Designcenter bekommen und die Kollegen von Hyundai ziehen jetzt in unser altes Studio ein.“