Stuttgart. Für rund 2000 Euro Aufschlag wird die A-Klasse zum Abenteurer, der vom weltweiten Boom kleiner Geländewagen profitieren soll: „Wir rechnen damit, dass dieses Segment bis zum Ende dieser Dekade um knapp 500.000 Einheiten auf gut 2,5 Millionen Autos zulegen wird“, sagt Zetsche. Dabei setzt Daimler neben Europa auch auf Amerika und plant für den GLA gar eine Fertigung in China, kündigt Baureihenchef Jörg Prigl an. Spätestens dann hat der GLA in seinen Augen das Zeug zum meistverkauften Modell der Kompaktklasse- Familie. Und das gilt nicht nur für die Großserie, sondern auch für den Ableger AMG, der den Fünfsitzer zeitgleich als GLA 45 lanciert. Mit 360 PS ist das die stärkste Spielart in einem Portfolio, zu dem auch zwei Diesel und zwei Benziner mit 136 bis 211 PS zählen. Genau wie der CLA ist auch der GLA ein eher unkonventioneller Vertreter, räumt Prigel ein und spricht zerknirscht vom „late follower“, vom Nachzügler: „Wir haben uns bewusst eine Ecke des Segments ausgesucht, die noch nicht besetzt war. Wer so spät kommt, muss eine echte Alternative bieten“, rechtfertigt der Baureihenchef den sehr sportlichen Zuschnitt. Man sitzt im GLA zwar acht Zentimeter höher als in der A-Klasse und hat mit 20 Zentimetern mehr Bodenfreiheit als in Audi Q3 oder BMW X1. Aber im Profil trennen die beiden Autos nur ein paar Fingerbreit, und das Stockmaß der Wettbewerber unterbietet der GLA ebenfalls. Zetsche hält A-Klasse, CLA und GLA für die „progressivsten Autos im jeweiligen Segment“. Er räumt ein, „dass man damit auch mal aneckt“. Aber gerade Premiummarken dürften keine Einheitsautos bauen, sagt der Daimler- Chef und ist sicher: „Die Rendite von Mut sind gute Absatzzahlen. Das gilt auch für den GLA.“ Jörg Prigl spricht dabei gern vom Trekkingschuh unter den Bergstiefeln. „Doch der GLA ist kein Blender, sondern hat sich das G im Namen redlich verdient“, stellt Zetsche klar. Zum Beweis erzählt er von 1,8 Millionen Testkilometern, 80.000 Kilometer Allrad- Erprobung und einer Kletterpartie auf den Schöckl, den Hausberg der G-Klasse. Wer sie nachfahren möchte, muss allerdings tief in die Tasche greifen: Allradantrieb, Offroad-Elektronik und vier Zentimeter mehr Bodenfreiheit kosten 2200 Euro extra. Neben dem urtümlichen G-Modell, den Brüdern ML und GL und dem handlichen GLK ist der GLA bereits der fünfte Geländewagen im Mercedes-Portfolio. Doch so wie Baureihenleiter Prigl bereits an einem weiteren Kompakten arbeitet und wohl bald einen CLA Shooting Brake bringt, plant auch die SUV-Fraktion mit Nachwuchs: Als Antwort auf den BMW X6 steht im April in Peking die Coupé-Studie der M-Klasse.
Mercedes aus Kurs
Mit Trekkingschuhen im Trend
Mercedes kann mit den neuen Kompaktmodellen bislang zwar nicht jeden Kritiker, aber die Kunden voll überzeugen: Nach über 370.000 Einheiten von CLA, A- und B-Klasse im vergangenen Jahr feiert Daimler-Chef Dieter Zetsche die neuen Kompakten als vollen Erfolg: „Gegenüber 2012 ist das ein Plus von 64 Prozent.“ Jetzt soll das Wachstum mit einer weiteren Variante beschleunigt werden. Denn als vierte Spielart der Frontantriebsfamilie bringen die Schwaben zum 15. März für Preise ab zunächst 29.303 Euro den GLA in den Handel.